Teilzeit diffamieren heißt Verantwortung verweigern

Lifestyle-Teilzeit. Dieser Begriff transportiert ein Weltbild. Ein solches, in dem bestimmte Arten der Teilzeit kein legitimes Arbeits- und Lebensmodell sind, sondern eine bequeme und egoistische Freizeitentscheidung.

Die Debatte darüber entspann sich an einem geplanten Antrag der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT). Dieser Antrag, mit dem Titel Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit soll nach Wunsch der MIT auf dem Bundesparteitag der Union im Februar dieses Jahres beschlossen werden.

Definitionsfrage

Die Definition von Teilzeitarbeit ergibt sich im deutschen Recht aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz. Dort heißt es in Paragraf 2:

Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.

Überspitzt könnte dies bedeuten, dass bereits eine 39-Stunden-Woche definitionsgemäß Teilzeit ist. Andere Definitionen, etwa in OECD-Statistiken, setzen die Grenze für Teilzeit häufig bei einer Wochenarbeitszeit von maximal 30 Stunden an.

Was sich zeigt, ist, dass Teilzeit kein Lifestyle oder Ausdruck von Arbeitsunlust ist. Stattdessen ist es ein geregelter Rechtsbegriff: regelmäßige Arbeitszeit unterhalb der betrieblichen Vollzeit.

Der Gesetzgeber verfolgt damit eine einfache, aber zentrale Idee. Arbeitszeit ist verhandelbar, weil Leben nicht normiert ist. Wer dieses Recht infrage stellt, greift nicht einen modischen Lebensentwurf an. Er greift ein zentrales Arbeitnehmerrecht an und verkauft das als Kulturkampf.

Der Nische entwachsen

Teilzeitbeschäftigung ist in Deutschland längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Massenphänomen. Laut Destatis arbeiteten im Jahr 2024 erstmals 29 % aller Erwerbstätigen in Teilzeit.

Der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten ist dabei hoch. 49 % der erwerbstätigen Frauen waren 2024 in Teilzeit, aber nur 12 % der Männer. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass fast jede zweite Frau, aber nur knapp jeder achte Mann in Teilzeit arbeitet.

Die Teilzeitquote steigt dabei seit Jahren. Während 2005 erst 43 % der Frauen und 7 % der Männer in Teilzeit arbeiteten, sind es 2024 jeweils 49 % und 12 %.

Diese Zunahme ging Hand in Hand mit einem starken Anstieg der Erwerbstätigenquote, besonders bei Frauen, von gut 59 % im Jahr 2005 auf 74 % im Jahr 2024. Hier wird also nicht weniger gearbeitet, sondern mehr.

Teilzeit in der IT

Die Debatte um Teilzeit findet in der IT-Branche eine besondere Relevanz.

Aktuelle Bitkom-Zahlen zeigen, dass in der deutschen Wirtschaft auch 2025 weiterhin ein großer Fachkräftemangel in der IT-Branche besteht. Rund 109.000 IT-Stellen sind aktuell unbesetzt, und Unternehmen berichten, dass vakante Positionen im Schnitt etwa 7,7 Monate unbesetzt bleiben.

Trotz teils zurückhaltender Einstellungspläne durch Unternehmen bleibt die Nachfrage nach IT-Fachkräften hoch, was den Druck auf den Arbeitsmarkt und die Suche nach flexiblen Beschäftigungsformen wie Teilzeit verstärkt.

Unternehmen haben erkannt, dass Flexibilität Mitarbeiter:innen bindet und neue Bewerberkreise erschließt. So lautet die zentrale Erkenntnis einer aktuellen Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft, dass Teilzeitstellen den Kandidatenpool erweitern und damit eine Chance zur Fachkräftesicherung sind.

Eine branchenübergreifende Befragung zeigt, dass rund drei Viertel der Unternehmen Teilzeitstellen als förderlich für ihr Geschäft einschätzen. Von diesen erwarten 56 % eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, 51 % eine bessere Deckung des Personalbedarfs und 18 % eine Produktivitätssteigerung.

In der IT ist Teilzeit längst gelebte Praxis moderner Arbeitsmodelle. Flexible Formen wie Teilzeit-Führung, Remote Work, Gleitzeit oder Job-Sharing helfen, Talente zu gewinnen und zu halten. Die CDU-Vorschläge würden genau diese Flexibilität zurückdrehen. Ausgerechnet in einer Branche, die ohne sie kaum funktionieren würde. Stattdessen plädiert die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion faktisch für eine Verknappung des Bewerbermarkts.

Symboldebatte statt Fakten

Gegner von Teilzeit verweisen gern auf die Leistungsgesellschaft. Deutschland müsse härter arbeiten, um international mithalten zu können.

Ein Blick auf die Zahlen relativiert das. Deutschland hat mit rund 29 Prozent eine der höchsten Teilzeitquoten in Europa, und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen liegt unter dem EU-Durchschnitt (etwa 33,9 Stunden in Deutschland vs. rund 36 Stunden im EU-Schnitt). Während die wöchentliche Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland nahezu dem EU-Durchschnitt entspricht, zieht der hohe Anteil an Teilzeitstellen den Durchschnitt aller Beschäftigten nach unten. Es wird nicht weniger gearbeitet, sondern anders.

Länder mit ähnlich hohen Teilzeitquoten wie die Niederlande oder Dänemark zählen trotz, oder gerade wegen, dieser Modelle zu den produktivsten Volkswirtschaften. Mehr Arbeitszeit allein schafft keine Wettbewerbsfähigkeit; entscheidend sind Produktivität, Qualifizierung und verlässliche Betreuung.

Ein hoher Teilzeitanteil ist weder ein Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel noch der Wettbewerbsnachteil, als der er oft dargestellt wird. Er ermöglicht vielmehr eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben; ein Standortfaktor und immaterieller Nutzen, der in internationalen Vergleichen regelmäßig unterschätzt wird.

Teilzeit und Familie

Deutschland ist nach wie vor eines der Länder mit der größten geschlechtsspezifischen Aufteilung von Beruf und Haushalt. Frauen leisten laut Statistischem Bundesamt knapp 44 % mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer (rund 30 vs. 20 Stunden pro Woche).

Ohne Teilzeitmodelle müssten viele Mütter Vollzeit arbeiten, ohne Rücksicht auf Kinderbetreuung, was oft nicht praktikabel ist.

Die Daten zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Kinderbetreuung und dem Umfang von Teilzeitarbeit. Ohne verlässliche Ganztagsbetreuung und familienfreundliche Arbeitsmodelle ist Teilzeit keine Option, sondern die Voraussetzung für Erwerbsarbeit von Eltern. Flexible Arbeitszeitmodelle sind hier oft die einzige Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Wer wirklich mehr Arbeitsvolumen will, hat eine langweilige Pflichtaufgabe: Kitas, Ganztag, Pflege, flexible Arbeitsmodelle. Das ist teuer, mühsam, unsexy.

Die Belastung der Sozialsysteme

Wenn die MIT-Vorsitzende Gitta Connemann erklärt, ergänzende Sozialleistungen seien nur für „echte Ausnahmesituationen“ gedacht, verkennt sie die Realität des Arbeitsmarkts.

Teilzeit ist für Millionen Beschäftigte kein freiwilliger Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt erwerbstätig zu sein. Ohne flexible Arbeitszeitmodelle würden viele Eltern und Pflegende ganz aus dem Arbeitsmarkt fallen; mit deutlich höheren Sozialausgaben als Folge. Dass Eltern und Pflegende damit angeblich nicht gemeint seien, ändert nichts: Der Begriff Lifestyle-Teilzeit trifft nicht Einzelfälle, sondern diskreditiert Teilzeit insgesamt.

Ergänzende Leistungen sind daher kein Zeichen von Arbeitsunwillen, sondern ein Korrektiv für strukturelle Defizite: fehlende Betreuung, unzureichende Pflegeangebote und Arbeitszeiten, die mit realem Leben kollidieren. Was hier als Normalfall kritisiert wird, ist politisch erzeugt.

Schuld ersetzt Lösungen

Der Vorstoß der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion macht aus einer strukturellen Realität ein individuelles Fehlverhalten. Lifestyle-Teilzeit ist kein analytischer Begriff, sondern ein moralischer. Er soll beschämen, wo Politik gestalten müsste, und Misstrauen säen, wo Verantwortung gefragt wäre. So wird Sozialpolitik durch Schuldzuweisung ersetzt.

Teilzeitarbeit ist in Deutschland kein Randphänomen und kein modischer Rückzug aus der Leistungsgesellschaft. Sie ist für Millionen Menschen die Voraussetzung, Erwerbsarbeit überhaupt mit Betreuung, Pflege, Gesundheit oder schlichten Belastungsgrenzen vereinbaren zu können. Wer das diffamiert, bekämpft Symptome und blendet Ursachen aus.

Besonders entlarvend ist der Versuch, den Rechtsanspruch auf Teilzeit an würdige Motive zu knüpfen. Arbeitszeit ist jedoch kein Bekenntnis, sondern eine Vertragsfrage. Gleichzeitig existiert bis heute kein durchsetzbarer Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit. Wer reduziert, trägt das Risiko allein. Diese strukturelle Einbahnstraße bleibt im CDU-Vorstoß unerwähnt.

Auch das Argument der Sozialsysteme überzeugt nicht. Geschwächt wird der Sozialstaat nicht durch reduzierte Arbeitszeit, sondern durch schlechte institutionelle Organisation, niedrige Löhne und politische Fehlanreize. Dass ausgerechnet bei der Arbeitszeit moralisch sortiert wird, während andere beitragsmindernde Modelle unangetastet bleiben, ist keine ökonomische Logik, sondern moralische Rosinenpickerei.

Diese Debatte ist daher keine arbeitsmarktpolitische, sondern eine kulturelle. Wer Teilzeit als Lifestyle diffamiert, fordert nicht mehr Produktivität, sondern mehr Anpassung. Deutschland hat kein Teilzeitproblem. Deutschland hat ein Betreuungs-, Pflege- und Politikproblem und versucht, dieses Versagen rhetorisch nach unten weiterzureichen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Golem.de und ist hier in einer alternativen Variante zu finden.

Upgrade einer Minecraft-Welt erzwingen

Meine mittlerweile über fünfzehnjährige Minecraft-Welt Akaria, belegt speichertechnisch bereits etliche Gigabyte auf der Festplatte. Allerdings ist dies bei solchen gewachsenen Welten nicht unbedingt das Problem. Bedingt durch viele Upgrades der Minecraft-Server-Versionen und damit einhergehenden Änderungen, wie z.B. am Chunk-Format, befindet sich irgendwann ein buntes Sammelsurium an Daten in den Weltordnern. An sich ist dies kein Problem, da Chunks beim Laden im Spiel automatisch konvertiert werden.

Ein Teil der Minecraft-Welt Akaria

Allerdings kann dies bei vielen Chunks mit Performanceeinbußen verbunden sein und die Chunks könnten teilweise noch Daten enthalten, die nur aufgrund vorheriger Versionen in diesen schlummern, aber in dieser Form nicht mehr benötigt werden. In einem solchen Fall bietet es sich an ein Upgrade aller Chunks und Regionen zu erzwingen:

screen java -Xms16G -Xmx16G -jar server.jar --forceUpgrade --recreateRegionFiles --eraseCache

Durch den Screen-Befehl kann die Session im Hintergrund weiterlaufen, nachdem sie detached wurde (Strg + A, anschließend Strg + D; Wiederaufruf mittels screen -r).

Damit beginnt der Minecraft-Server die Entities, POIs und Chunks zu upgraden. Während dieses Vorgangs, der je nach Welt, etliche Stunden dauern kann, ist der Minecraft-Server nicht erreichbar. In der Log-Datei latest.log kann der Fortschritt verfolgt werden:

[20:21:17] [Server thread/INFO]: 3% completed (10558 / 343881 chunks)...
[20:21:18] [Server thread/INFO]: 3% completed (10613 / 343881 chunks)...
[20:21:19] [Server thread/INFO]: 3% completed (10661 / 343881 chunks)...
[20:21:20] [Server thread/INFO]: 3% completed (10736 / 343881 chunks)...
[20:21:21] [Server thread/INFO]: 3% completed (10818 / 343881 chunks)...
[20:21:22] [Server thread/INFO]: 3% completed (10869 / 343881 chunks)...
[20:21:23] [Server thread/INFO]: 3% completed (10906 / 343881 chunks)...

Während die Option forceUpgrade dafür sorgt, dass der Upgradeprozess überhaupt angestartet wird, sorgt recreateRegionFiles dafür das neue und saubere Region-Dateien erzeugt werden, anstatt die alten Dateien nur zu bearbeiten. Die Option eraseCache löscht cacheähnliche Daten aus den NBT-Daten, darunter unter anderem Heightmaps, BlockLight und SkyLight. Diese Daten werden beim Neuladen der Chunks im Server ebenfalls wieder neu erzeugt.

Ist der Vorgang am Ende abgeschlossen, kann der temporär gestartete Server beendet werden und der Minecraft-Server wieder im Produktivbetrieb gestartet werden. Durch das Upgrade, das Löschen der Caches und der Neuanlage der Regionen, sollten viele Altlasten und potenzielle Probleme aus den Daten entfernt werden. Dies schlägt sich im Endeffekt auch positiv auf die Performance des Spieles im Serverbetrieb nieder.

Größe der Packdateien unter Git beschränken

Im Versionsverwaltungssystem Git existieren im Repository sogenannte Packfiles. Diese werden genutzt um mehrere Objekte, wie z.B. Commits, Trees, Blobs oder Tags, als einzelne Dateien abzulegen. Damit fasst Git viele Objekte zu einer einzelnen komprimierten Datei zusammen. Ergänzt wird das ganze durch einen Index, um einen schnellen Zugriff zu ermöglichen. Dabei nutzt Git Delta-Kompression, indem es ähnliche Objekte, z. B. verschiedene Versionen derselben Datei, nicht vollständig speichert, sondern nur die Unterschiede.

Eine Git-Pack-Datei im Schema

Dies reduziert die Repository-Größe erheblich, kann aber bei ungünstigen Repositorys mit vielen Binärdaten zu Repositorys führen, welche mehrere dutzend Gigabyte große Pack-Dateien besitzen. Eine Steuerung ist über den Konfigurationsparameter pack.packsizelimit möglich:

git config pack.packsizelimit 5g

Damit würde diese Einstellung für das aktuelle Repository gesetzt werden. Wer das Ganze global benötigt, kann dies ebenfalls einstellen:

git config --global pack.packsizelimit 5g

Allerdings gilt diese Einstellung nicht sofort, stattdessen muss für ein Repack gesorgt werden:

git repack -Ad --max-pack-size=5g

Anschließend kann die Größe der Packs kontrolliert werden:

ls -lh .git/objects/pack

Allerdings sollte beachtet werden, das die Option grundsätzlich nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist:

Note that this option is rarely useful, and may result in a larger total on-disk size (because Git will not store deltas between packs) and worse runtime performance (object lookup within multiple packs is slower than a single pack, and optimizations like reachability bitmaps cannot cope with multiple packs).

Maus-Probleme in Minecraft unter Ubuntu

In einer Minecraft-Installation unter Ubuntu kann es zu Problemen kommen, das die Mausevents innerhalb des Spieles nicht korrekt verarbeitet werden. Dies kann unter anderem zu dem Effekt führen, dass Mausklicks, wie z.B. der Klick mit der rechten Maustaste nicht richtig erkannt werden und die Maustaste dann als dauerhaft gedrückt angenommen wird. Bei dieser Art von Problemen wird dann oft von Problemen mit Wayland ausgegangen oder mit der Einstellung Raw Input in den Mouse Settings von Minecraft versucht das Problem zu lösen.

Mit fehlerhaften Mausevents vergeht in Minecraft schnell der Spielspaß

Im vorliegenden Fall lag es aber an der Minecraft-Installation selbst, welche als Snap-Paket installiert war. Durch das Sandboxing kam es zu den Problemen bei der Erkennung der Mausklicks. Hier half es am Ende die Snap-Version zu deinstallieren und das Debian-Paket des Minecraft-Launchers zu installieren. Anschließend funktionierten die Mausklicks wie gewohnt.

Spamhaus DQS unter Postfix konfigurieren

Spamhaus betreibt seit vielen Jahren einige der effektivsten Echtzeit-Blocklisten (DNSBLs) gegen Spam, Botnets und missbrauchte Mailserver. Viele Administratoren nutzen diese Listen über die klassischen öffentlichen DNS-Mirrors, etwa zen.spamhaus.org. Doch seit einiger Zeit schränkt Spamhaus die Nutzung genau dieser Public Mirrors deutlich ein.

Insbesondere gilt dies für Nutzer großer Hosting- und Cloud-Provider wie Hetzner oder OVH. Wer Spamhaus nun z.B. beim eigenen Mailserver mit diesen Providern einsetzt, wird im Log solche Meldungen entdecken:

Service unavailable; Client host [203.0.113.127] blocked using zen.spamhaus.org; Error: open resolver;

Die Legacy-Mirrors sind eigentlich nur für kleine Installationen gedacht, also für einzelne Mailserver, die klar identifizierbar über ihre eigene IP-Adresse sind. Doch genau diese eindeutige Identifikation funktioniert nicht mehr zuverlässig, wenn Anfragen über große Cloud-Infrastrukturen kommen. Damit kann die Fair-Use-Policy nicht mehr sinnvoll durchgesetzt werden.

Als Alternative bietet sich der Spamhaus-Dienst Data Query Service (DQS) an. Damit werden die Abfragen weiterhin per DNS ausgeführt, jedoch über einen individuellen Zugangsschlüssel, der als Subdomain eingebettet wird und so eine eindeutige Identifikation ermöglicht. Im ersten Schritt muss hierfür ein Account angelegt werden. Nachdem der Account erstellt wurde, kann sich über das Portal eingeloggt werden. Dort kann unter dem Punkt ProductsData Query Service ein DQS-Schlüssel erzeugt werden.

Das Portal von Spamhaus

Anschließend kann mit der Konfiguration von Postfix begonnen werden:

nano /etc/postfix/dnsbl-reply-map

In diese Datei wird Folgendes eingetragen:

dqskey.zen.dq.spamhaus.net=127.0.0.[2..11]	554 $rbl_class $rbl_what blocked using ZEN - see https://www.spamhaus.org/query/ip/$client_address for details
dqskey.dbl.dq.spamhaus.net=127.0.1.[2..99]	554 $rbl_class $rbl_what blocked using DBL - see $rbl_txt for details
dqskey.zrd.dq.spamhaus.net=127.0.2.[2..24]	554 $rbl_class $rbl_what blocked using ZRD - domain too young
dqskey.zen.dq.spamhaus.net			554 $rbl_class $rbl_what blocked using ZEN - see https://www.spamhaus.org/query/ip/$client_address for details
dqskey.dbl.dq.spamhaus.net			554 $rbl_class $rbl_what blocked using DBL - see $rbl_txt for details
dqskey.zrd.dq.spamhaus.net			554 $rbl_class $rbl_what blocked using ZRD - domain too young

Der Platzhalter dqskey wird hierbei durch den realen DQS-Schlüssel ersetzt. Nach einer Ausführung von Postmap:

postmap /etc/postfix/dnsbl-reply-map

geht es an die eigentliche Konfiguration:

nano /etc/postfix/main.cf

Dort muss im ersten Schritt die alte Spamhaus-Konfiguration (wenn vorhanden) entfernt werden. Nun kann die neue Konfiguration hinzugefügt werden:

smtpd_recipient_restrictions =
    ...
    reject_rbl_client dqskey.zen.dq.spamhaus.net=127.0.0.[2..11]
    reject_rhsbl_sender dqskey.dbl.dq.spamhaus.net=127.0.1.[2..99]
    reject_rhsbl_helo dqskey.dbl.dq.spamhaus.net=127.0.1.[2..99]
    reject_rhsbl_reverse_client dqskey.dbl.dq.spamhaus.net=127.0.1.[2..99]
    reject_rhsbl_sender dqskey.zrd.dq.spamhaus.net=127.0.2.[2..24]
    reject_rhsbl_helo dqskey.zrd.dq.spamhaus.net=127.0.2.[2..24]
    reject_rhsbl_reverse_client dqskey.zrd.dq.spamhaus.net=127.0.2.[2..24]
    ...

Damit die DQS-Schlüssel nicht per Reject-Nachricht nach außen geleakt werden, wird noch die Reply Map eingebunden:

rbl_reply_maps = hash:$config_directory/dnsbl-reply-map

Anschließend kann Postfix neu gestartet werden:

systemctl restart postfix

Getestet werden kann das Ganze dann z.B. mit dem Blocklist Tester von Spamhaus.