Werbeblocker mal anders

Werbeblocker sind wahrscheinlich in einem Großteil der Browser anzutreffen. Anders lässt sich das Internet in vielen Fällen nicht mehr genießen. Neben den gewöhnlichen Werbeblockern wie uBlock Origin, existieren noch eine Reihe von spezialisierten Werbeblockern wie z.B. AdNauseam.

AdNauseam
Preis: Kostenlos

Im Gegensatz zu anderen Werbeblockern geht AdNauseam einen ungewöhnlichen Weg; die Erweiterung klickt die Anzeigen wahllos im Hintergrund an und versucht so die Profilbildung zu erschweren. Das erschwert natürlich auch das Geschäftsmodell der Werbung, so das Google die Erweiterung als Malware einstufte und sie aus Chrome verbannte. Im Firefox kann die Erweiterung dagegen weiterhin problemlos installiert werden.

adnauseam.io

Technisch gesehen handelt es sich bei AdNauseam um einen Fork von uBlock Origin und ist ebenfalls unter der GPL in Version 3 lizenziert. Das offizielle Repository ist auf GitHub zu finden. Daneben existiert eine offizielle Seite des Projektes unter adnauseam.io.

Freier Decompiler von Avast

Wer kennt das nicht; man steht mitten im Nirgendwo und benötigt plötzlich einen Decompiler. Da passt es nur allzu gut, dass Avast vor einigen Tagen einen Decompiler veröffentlicht hat. Der Retargetable Decompiler war, laut Aussage von Avast knapp sieben Jahre in der Entwicklung, bevor er nun das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Mit Hilfe dieses Decompilers können Kompilate unterschiedlicher Architekturen (Intel x86, ARM, MIPS, PIC32 und PowerPC) decompiliert werden. Leider werden im Moment nur 32-Bit Binaries unterstützt. Auch die Liste der unterstützen Dateiformate für die zu decompilierende Datei reicht von ELF, PE, Mach-O, COFF, AR, Intel HEX bis zu reinem Maschinencode.

Die Online-Version des Decompilers

Als Plattformen für die Ausführung des Decompilers, werden offiziell Windows und Linux unterstützt. Unter macOS funktioniert die Ausführung ebenfalls, allerdings wird hier keine Garantie für die Funktionsfähigkeit gegeben. Daneben existiert eine Online-Version, mit welcher der Decompiler ausprobiert werden kann. Hierbei gilt eine Beschränkung von 10 MiB je Binary. Der Retargetable Decompiler unterstützt die statische Analyse der zu dekompilierenden Dateien, erkennt automatisch den verwendeten Compiler und Packer und ist in der Lange die Ausgabe in C und einer an Python angelehnten Syntax auszugeben. Der Quelltext des Decompilers ist auf GitHub zu finden. Das Projekt ist unter der MIT-Lizenz lizenziert und damit freie Software. Der Download und weitere Informationen zum Retargetable Decompiler findet man auf der offiziellen Seite des Decompilers.

Freie Alternative(n) für Evernote

Evernote ist eine praktische Anwendung. Mit ihr können Notizen gespeichert und verwaltet werden. Leider verlangt Evernote mittlerweile happige Preise für seine Premium-Funktionalitäten. Aus meiner Sicht ist dies allerdings das kleinere Problem. Viel schwerer wiegt, das die eigenen Daten einer amerikanischen Firma anvertraut werden müssen. Neben den proprietären Alternativen wie z.B. OneNote von Microsoft, gibt es mittlerweile einige freie Alternativen. Bevor man sich nach einer Alternative umschaut, sollte man erst einmal schauen welche essentiellen Features Evernote bietet. Kurz zusammengefasst sind die wichtigsten Features die Synchronisation über verschiedenen Geräte, der Web-Clipper, die Offline-Funktionalität und die OCR-Erkennung für PDF, Bilder und ähnliches. Wie wichtig jedes dieser Features ist bleibt der eigenen Gewichtung überlassen.

Mir persönlich wäre eine Lösung auf Basis von Nextcloud am liebsten. Als Notizanwendung auf Markdown-Basis bietet sich die Nextcloud App Notes an. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine rudimentäre Lösung. Mehr in die Richtung Evernote gehen die Lösungen ownNotes bzw. dessen Fork NextNote. Leider scheint bei diesen beiden Projekten keine Weiterentwicklung mehr stattzufinden bzw. diese sehr träge zu verlaufen.

Neben auf ownCloud bzw. Nextcloud basierenden Lösungen, gibt es eine Reihe von Standalone-Lösungen. Zu nennen wären hier unter anderem Paperworks, Permanote, Laverna, TagSpaces, Nemex, Brainstorm und OpenNote.

Die Login-Seite von wallabag

Vielen diesen Lösungen werden entweder nicht mehr weiterentwickelt oder lassen nicht wirklich das Evernote-Feeling aufkommen. Daneben gibt es Lösungen welche sich für bestimmte Aspekte von Evernote als Ersatz eignen. Ein Beispiel dafür ist wallabag, welches sich als Read-It-Later-Lösung versteht und zur Archivierung von Webseiten genutzt werden kann.

Eine Lösung welche in letzter Zeit verstärkt in den Fokus gerät ist Joplin, die vom gleichen Entwickler wie eine hier vor längerer Zeit vorgestellte Backuplösung ist. Joplin versteht sich als Alternative zu Evernote und setzt voll und ganz auf Markdown. Das bedeutet allerdings nicht das man keine Bilder oder andere Anhänge zu einem Projekt hinzufügen kann; dies ist problemlos möglich.

Joplin unter macOS

Für Joplin existieren Clients für macOS, Linux und Windows. Für die mobilen Plattformen existieren Apps für iOS und Android.

Joplin
Preis: Kostenlos
Joplin
Preis: Kostenlos

Als Backend unterstützt Joplin, das Dateisystem und eine Synchronisation zu OneDrive. An einer Unterstützung für Nextcloud und Dropbox wird gearbeitet. Laut dem Entwickler, wird diese nach der Beseitigung eines speziellen React Native Bugs implementiert:

Currently, synchronisation is possible with OneDrive (by default) or the local filesystem. A NextCloud driver, and a Dropbox one will also be available once this React Native bug is fixed. When syncing with OneDrive, Joplin creates a sub-directory in OneDrive, in /Apps/Joplin and read/write the notes and notebooks from it. The application does not have access to anything outside this directory.

Durch die geplante Nextcloud-Unterstützung ist es möglich die Synchronisierung auf dem eigenen Server zu nutzen; die eigenen Daten bleiben somit geschützt. Joplin hat mittlerweile die Betaphase verlassen und kann produktiv genutzt werden. Für einen Umstieg von Evernote auf Joplin existiert in der Anwendung eine Importfunktion um die enex-Dateien, welche beim Export aus Evernote erzeugt werden, zu importieren. Der Quelltext ist auf GitHub zu finden und unter der MIT-Lizenz lizenziert. Daneben gibt es eine offizielle Projektseite.

Freies HTML5 Soundboard

Für einen Pen & Paper-Abend war ich auf der Suche nach einem freien und technisch simplem Soundboard. Idealerweise sollte dieses auf HTML5-Techniken basieren. Ein Soundboard welches diese Kriterien erfüllte, wollte sich allerdings nichts finden lassen, sodass ich selber tätig wurde. Herausgekommen ist ein simples und einfach zu konfigurierendes Soundboard.

Das Soundboard in Aktion

Zur Nutzung des Soundboard müssen die Soundclips in den assets-Ordner kopiert werden und dazu eine passende boards.json-Datei geschrieben werden. Ein Beispiel dieser Datei befindet sich im Repository. Anschließend kann das Soundboard im Browser genutzt werden. Soundclips können einzeln oder in einer Schleife abgespielt werden. Für jeden Clip lässt sich daneben die Lautstärke einzeln regeln. Auch das Abspielen von mehreren Clips parallel ist kein Problem. Zu finden ist das Soundboard auf GitHub. Lizenziert ist es unter der AGPL in der Version 3 und somit freie Software.

Font für Social Icons

Mittlerweile gibt es unzählige sogenannte Social Icons für Dienste wie Facebook, GitHub oder Twitter. In vielen Fällen benötigt man ein solches Social Icon auf einer Webseite oder in einem Dokument. Natürlich kann man sich nun die entsprechenden Bilder bei den jeweiligen Anbietern, über die Presse- bzw. Markenportale beziehen. Bei mehreren Anbietern kann dies allerdings eine zeitintensive Tätigkeit sein.

Der Font Socicon in Aktion

Mit dem Font Socicon, welcher unter socicon.com bezogen werden kann, hat man alle diese Social Icons in einem Font zusammengefasst. Dieser kann direkt auf Webseiten eingebunden oder lokal installiert werden. Lizenziert ist der Font unter der SIL Open Font License 1.1.