Ardour 4

Seit einigen Jahren nutze ich für komplexere Audioprojekte Ardour. Dabei handelt es sich um eine Software zum Arrangement und zur digitalen Bearbeitung von Audio. Bis Version 3 benötigte man neben Ardour immer JACK (JACK Audio Connection Kit) – was die Einrichtung unter Mac OS X für Einsteiger verkomplizierte.

Ardour 4 unter Mac OS X

Ardour 4 unter Mac OS X

Mit der neuen 4er Version können nun auch andere Backends wie z.B. CoreAudio unter Mac OS X genutzt werden, so das man nun unter Mac OS X ebenfalls über eine mächtige, einfach zu installierende Audiobearbeitungslösung verfügt. Ardour ist unter der GPL lizenziert und damit freie Software. Eine Besonderheit gibt es beim Bezug der kompilierten Version – während diese bei Linux einfach über den Paketmanager installiert werden können, muss für das Kompilat der Mac OS X Version mindestens $ 1 investiert werden.

Echo mittels Sound eXchange auf eine Datei rechnen

Für ein kleines Projekt war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit eine Reihe von Wave-Dateien mit einem Echo zu versehen. Fündig wurde ich schließlich beim freien Werkzeug Sound eXchange oder kurz sox, mit welchem solche Operationen möglich sind. Es handelt sich dabei um ein Schweizer Taschenmesser für Audiobearbeitung. Ein Echo wird dabei mittels Sound eXchange wie folgt auf eine Datei gerechnet:

sox clean.wav echo.wav echo 0.8 0.87 60 0.4

Dank MacPorts kann man das Tool nicht nur unter Linux, sondern auch unter Mac OS X nutzen. Die offizielle Projektseite ist auf SourceForge zu finden.

Freie Musikindentifikation

Dienste zur Identifikation von Musik, wie Shazam, sind mittlerweile gang und gäbe. Mit der Software Echoprint gibt es einen solchen Dienst nun auch in freier Software. Der Dienst wertet dabei zwanzig Sekunden, eines beliebigen Audiosignals aus und versucht das Signal einem entsprechendem Titel zuzuordnen.

echoprint.me

Lizenziert ist Echoprint unter der MIT- (der Codegenerator) und der Apache-Lizenz (der Server). Der Quelltext ist auf GitHub zu finden. Die offizielle Seite des Projektes wartet mit weiteren Informationen um den Dienst auf.

Streamingserver auf einem Raspberry Pi aufsetzen

Mit dem Raspberry Pi kann man mit Hilfe von Icecast schnell einen Streamingserver für Audio installieren. Dazu muss im ersten Schritt Icecast installiert werden:

apt-get install icecast2

Während der Installation startet die Konfiguration des Paketes. So wird nach dem Hostnamen und den Passwörtern zum Streamen gefragt. Nach der Installation ist die Weboberfläche von Icecast unter Port 8000 und der entsprechenden IP erreichbar – in meinem Beispiel unter http://192.168.1.100:8000/. Der Standardnutzer für den administrativen Bereich ist dabei admin.

Die Weboberfläche von Icecast

Die Weboberfläche von Icecast

Mit dieser Konfiguration ist der Raspberry Pi ein Streaming Server. Mit einem Tool wie butt, kann der Server nun bespielt (Standardnutzer: source, Passwort: hackme) werden. Die Mountpoints werden bei der Verbindung automatisch angelegt. Wenn man mit butt den Mountpoint stream123 bespielt, befindet sich der Stream in diesem Beispiel unter http://192.168.1.100:8000/stream123 und kann mit einem entsprechenden Player abgespielt werden.

AudioBus und Inter-App-Audio

Für iOS gibt es ein App namens Audiobus. Mit Hilfe dieser App ist es möglich Audio von einer App zu einer anderen App zu routen. Dabei wird zwischen Input, Effect und Output unterschieden. Auch GarageBand, das Apple eigene Musikstudio für iOS unterstützt AudioBus.

Audiobus 2
Preis: 5,49 €+

Unter GarageBand gibt es allerdings noch eine andere Möglichkeit Audio zu übertragen. Gemeint sind Inter-App-Audio-Apps – im ersten Moment scheint es sich dabei um ein und die selbe Sache zu handelt. Leider sind AudioBus und Inter-App-Audio-Apps keine Synonyme, sondern zwei unterschiedliche Systeme.

Die Inter-App-Audio-Verbindung in Garageband

Die Inter-App-Audio-Verbindung in Garageband

Bei den Inter-App-Audio-Apps handelt es sich um ein iOS 7 integriertes System während es sich bei AudioBus um eine externe App handelt. Der Vorteil gegenüber Audiobus ist die einfachere, da integrierte Bedienung. Mittlerweile sind viele Apps dazu übergegangen neben AudioBus auch Inter-App-Audio zu unterstützen. AudioBus wird mit Inter-App-Audio allerdings nicht zwangsläufig nutzlos, denn es bietet ein konsistentes Interface für die Verbindung der unterschiedlichen Instrumente und ist auch aus der Sicht eines Entwicklers einfacher zu nutzen. Außerdem verfügt IAA über keinerlei Möglichkeiten Parameter der Instrumente zu speichern, während dies mit AudioBus möglich ist. Zusammenfassend kann man sagen, das es mit Inter-App-Audio und AudioBus zwei Technologien gibt, welche das gleiche bewirken, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen.