OpenVPN auf einem Ubuntu Server aufsetzen

Wenn man sich einem unsicheren Netz bewegt, z.B. in einem freien WLAN empfielt es sich ein VPN zu nutzen. Dafür gibt es die unterschiedlichsten VPN-Dienste, welche dies gegen einen monatlichen Obolus anbieten. Besitzt man einen eigenen Server, so kann man sich mittels OpenVPN einen solchen Dienst selber aufsetzen. Im ersten Schritt wird OpenVPN installiert:

apt-get install openvpn

Aus den Beispieldateien wird das Skript „easy-rsa2“ zum Erstellen der Zertifikate an den entsprechenden Ort kopiert:

cp -r /usr/share/doc/openvpn/examples/easy-rsa/2.0 /etc/openvpn/easy-rsa2

Für die Erzeugung der Zertifikate müssen einige Parameter angepasst werden. Dazu wird die entsprechende Datei im Editor geöffnet:

cd /etc/openvpn/easy-rsa2
nano vars

Der Wert Keysize „KEY_SIZE“ wird von 1024 auf 2048 erhöht. Am Ende der Datei befinden sich dann folgende Einträge:

export KEY_COUNTRY="US"
export KEY_PROVINCE="CA"
export KEY_CITY="SanFrancisco"
export KEY_ORG="Fort-Funston"
export KEY_EMAIL=""
export KEY_CN=changeme
export KEY_NAME=changeme
export KEY_OU=changeme
export PKCS11_MODULE_PATH=changeme
export PKCS11_PIN=1234

Nach der Konfiguration sollte das ganze dann in etwa so aussehen:

export KEY_COUNTRY="DE"
export KEY_PROVINCE="MV"
export KEY_CITY="Neubrandenburg"
export KEY_ORG="Example Inc."
export KEY_EMAIL=""
export KEY_CN="vpn.example.org"
export KEY_NAME="Example VPN"
export KEY_OU="VPN"
#export PKCS11_MODULE_PATH=changeme
#export PKCS11_PIN=1234

Die „vars“-Datei wird den Umgebungsvariablen hinzugefügt und anschließend das Masterzertifikat erstellt:

source ./vars
mkdir /etc/openvpn/easy-rsa2/keys
sudo -E ./clean-all
sudo -E ./build-ca

Damit ist die Certificaty Authority (CA) erstellt. Nun geht es an die Erstellung der Schlüssel für den Server:

sudo -E ./build-key-server server

Beim Common Name, gibt man die Domain ein unter welcher der VPN Server später erreichbar sein soll (z.B. vpn.example.org). Nach der Erstellung wird man im „keys“ Verzeichnis die Dateien „server.crt“, „server.csr“ und „server.key“ finden. Für den Diffie-Hellman Schlüsselaustausch müssen entsprechende Paramater erzeugt werden:

sudo -E ./build-dh

Nun fehlen nur noch die Zertifikate für die entsprechenden Nutzer. Ein Nutzer wird dabei mittels:

sudo -E ./build-key nutzerOderClientName

erstellt. Damit sind alle benötigten Zertifikate und Schlüssel erstellt, so das nun die restliche Konfiguration des Servers vorgenommen werden kann. Als Basis wird dabei die mitgelieferte Beispieldatei genutzt:

sudo cp /usr/share/doc/openvpn/examples/sample-config-files/server.conf.gz /etc/openvpn/
sudo gunzip /etc/openvpn/server.conf.gz

Nach dem Kopiervorgang wird die Datei „/etc/openvpn/server.conf“ mittels „nano“ geöffnet. Folgende Einstellungen werden dabei angepasst werden:

ca ca.crt -> ca ./easy-rsa2/keys/ca.crt
cert server.crt -> cert ./easy-rsa2/keys/server.crt
key server.key -> key ./easy-rsa2/keys/server.key 

dh 1024.pem -> dh ./easy-rsa2/keys/dh2048.pem

;user nobody -> user nobody
;group nogroup -> group nogroup

;push "redirect-gateway def1 bypass-dhcp" -> push "redirect-gateway def1 bypass-dhcp"

Damit jegliche Kommunikaton vom Client über den Server läuft, muss die Datei „/etc/rc.local“ auf dem Server um einige Einträge ergänzt werden:

iptables -t nat -F POSTROUTING
echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
iptables -t nat -A POSTROUTING -s 10.8.0.0/24 -j SNAT --to-source IP_DES_SERVERS

Nun ist der Server konfiguriert und kann mittels:

reboot

neugestartet werden.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://wiki.ubuntuusers.de/OpenVPN
https://de.wikipedia.org/wiki/OpenVPN

sendmail unter Ubuntu entfernen

Den MTA „sendmail“ über den Paketmanager zu installieren ist eine Sache von Sekunden:

apt-get install sendmail

Interessanter wird dann wenn man versucht „sendmail“ wieder zu entfernen. Der Logik folgend sollte ein einfaches:

service sendmail stop
apt-get remove sendmail

funktionieren. Allerdings läuft der MTA auch danach noch weiter. Abhilfe schafft hier die Deinstallation eines zweiten Paketes, so das der komplette Befehl so aussehen sollte:

service sendmail stop
apt-get remove sendmail sendmail-bin

Möchte man die Konfigurationsdateien auch entfernen, so bietet sich anstatt eines „remove“ ein „purge“ an:

service sendmail stop
apt-get purge sendmail sendmail-bin

Danach hat der MTA das zeitliche gesegnet und man verfügt wieder über eine Installation ohne „sendmail“.

Upload Limit für PHP-FPM in Verbindung mit Nginx erhöhen

Standardmäßig liegt das Uploadlimit für Dateien einer Nginx Installation mit der entsprechenden PHP-Installation bei 2 MiB. Damit stößt man natürlich bei vielen Anwendungen sehr schnell an die Grenze, so z.B. beim Upload von größeren Bildern. Möchte man dies ändern, müssen sowohl die Nginx-Konfiguration als auch die PHP-Konfiguration angepasst werden. Im ersten Schritt wird die Nginx-Konfuration bearbeitet:

nano /etc/nginx/nginx.conf

Dort wird im „http“-Block die Zeile:

client_max_body_size 1024m;

hinzugefügt. Unter Umständen muss hier auch die „client_body_timeout“-Option mit einem höheren Timeout versehen werden. Dies sollte man allerdings durch eigene Tests herausfinden. Nachdem Nginx konfiguriert ist, geht es an die „php.ini“-Datei:

nano /etc/php5/fpm/php.ini

Dort müssen folgende Parameter gesetzt werden:

post_max_size = 1024M
upload_max_filesize = 1024M

Nachdem das erledigt ist, können Nginx und der PHP Service neugestartet werden:

service nginx restart
service php5-fpm restart

Anschließend verfügt man in diesem Fall über ein neues Upload Limit von 1024 MiB.

Dovecot und Punkte im IMAP

Wenn man bei einen normal konfigurierten Dovecot einen IMAP-Ordner mit dem Namen „“ anlegt, wird man im Mailprogramm folgende Ordnerstruktur zu sehen bekommen:

test@example
    org

Der Grund ist darin zu finden, das der Punkt im Falle einer Maildir-Konfiguration standardmäßig als Trennzeichen eingerichtet ist. Möchte man trotzdem IMAP Ordner mit einem Punkt anlegen, so hilft das Dovecot-Plugin „Listescape“. Die Handhabung ist dabei denkbar einfach. In der „conf.d/20-imap.conf“ wird dazu die auskommentierte Zeile:

#mail_plugins =

durch

mail_plugins = listescape

ersetzt. Nun muss in der Datei „10-mail.conf“ im vordefinierten Namespace „inbox“ der Seperator neu definiert werden:

namespace inbox {
  # Namespace type: private, shared or public
  #type = private

  separator = /

  ...
}

Er darf hier nicht auf einen Punkt gesetzt werden, da das ganze sonst nicht funktioniert. Nach einem anschließenden:

service dovecot restart

können dann auch neue Ordner mit einem Punkt im Namen angelegt werden. Auf bestehende Ordner wirkt sich das ganze allerdings nicht aus. Diese müssen bei Bedarf neu angelegt werden.

Nginx Server mit PHP und MySQL unter Ubuntu aufsetzen

Mittels Nginx ist ein Webserver mit PHP und MySQL in ein paar Minuten eingerichtet. Dazu installiert man unter Ubuntu folgende Pakete:

sudo apt-get install mysql-server nginx php5-fpm php5-curl php5-gd php5-imap php5-mysql

Nach der Installation der nötigen Pakete geht es an die grundlegende Konfiguration des Webserver:

mkdir -p /var/www/example.org/root
mkdir -p /var/www/example.org/test
cd /var/www
chown -R www-data:www-data . 
usermod -a -G www-data nutzername

In diesem Beispiel soll die Domain „example.org“ sowie die Subdomain „test.example.org“ eingerichtet werden. Deshalb legen wir zwei Ordner an. Anschließend teilen wir Nginx mit, welche Domains und Subdomains der Webserver verwalten soll. Dazu legen wir die Datei „/etc/nginx/sites-available/example“ an und füllen diese mit folgendem Inhalt:

server {
        listen   80;
        listen [::]:80;

        root /var/www/example.org/root;
        index index.php index.html index.htm;
 
        server_name .example.org;

        location ~ \.php$ {
                fastcgi_pass unix:/var/run/php5-fpm.sock;
                fastcgi_index index.php;
                include fastcgi_params;
        }
}

server {
        listen   80;
        listen [::]:80;

        root /var/www/example.org/test;
        index index.php index.html index.htm index.php; 

        server_name test.example.org;

        location / {
            auth_basic "Access denied";
            auth_basic_user_file /var/www/example.org/root/.htpasswd;

            autoindex on;
        }

        location ~ \.php$ {
                fastcgi_pass unix:/var/run/php5-fpm.sock;
                fastcgi_index index.php;
                include fastcgi_params;
        }
}

Im ersten Block wird die Domain „example.org“ definiert und konfiguriert. Durch die Notation „.example.org“ wird Nginx angewiesen, jede Subdomain welche nicht definiert ist, auf die Hauptseite umzuleiten. Für die Domain „test.example.org“ wurde außerdem ein Passwortschutz angelegt und die Verzeichnisansicht aktiviert. Damit die Konfiguration auch aktiv werden kann, muss eine symbolische Verknüpfung in das Verzeichnis „/etc/nginx/sites-enabled“ angelegt werden:

ln -s /etc/nginx/sites-available/example /etc/nginx/sites-enabled/example

Die bestehende „default“-Datei im „sites-enabled“ Ordner enthält eine Beispielkonfiguration. Diese kann entwerder entfernt werden oder konfiguriert werden:

server {
        listen   80 default_server;
        listen [::]:80 default_server ipv6only=on;

        root /var/www/default/root;
        index index.php index.html index.htm;
 
        server_name _;
}

Mit dieser Konfiguration wird jede Seite auf Default umgeleitet, welche nicht in anderen Konfigurationen auftaucht. Nun muss nur noch der Webserver (und des PHPs Moduls) neugestartet werden:

service nginx restart
service php5-fpm restart

Ist der Server bereits online, reicht es auch die Konfiguration neuzuladen:

service nginx reload

Sollten während der Konfiguration Fehler auftreten, so hilft ein Blick in das entsprechende Log:

cat /var/log/nginx/error.log

Benötigt man eine Datenbank für die gewünschte Webanwendung, so muss diese in die SQL Datenbank eingespielt werden. Ist alles richtig konfiguriert worden, läuft der Webserver auf Port 80 und wartet auf erste Anfragen.