Den Raspberry Pi in einen Airplay Server verwandeln

Selten gab es einen Embedded Computer so günstig wie den Raspberry Pi, also was liegt da näher sich einen solchen für den Heimeinsatz zu besorgen. Wenn man sich anschaut bei welchen Preisen Airplay Boxen anfangen, wird man merken das ein Raspberry Pi mit einem entsprechenden WLAN-Stick und einem Boxensystem immer noch günstiger ist. Airplay-Boxen, welche im Handel erhältlich sind beginnen ab 200 € mit einer nach oben offenen Grenze.

Für einen Raspberry Pi, Airplay Server benötigt man:

  • einen Rapsberry Pi
  • ein Gehäuse für den Pi
  • einen WLAN Stick
  • ein paar Boxen

Im ersten Schritt sollte man sich eine Raspberry Pi Distribution herunterladen, in diesem Fall wird Raspian benutzt. Dazu wird das Image heruntergeladen und entpackt. Anschließend hat man auf dem Rechner eine .img Datei. Diese muss nun auf die SD-Karte geflasht werden. Um herauszufinden, welches Volume geflasht werden muss, kann man sich auf dem Terminal unter Mac OS X mittels „df -h“ anschauen welches Gerät dazukommt. Eine andere Möglichkeit ist es die Karte über den Namen zu identifizieren, welcher bei neuen Karten meist „NO NAME“ oder „Untitled“ sein sollte.

Wenn das passende Gerät identifiziert wurde, sollte die gemountete Partition mittels:

diskutil unmount /dev/disk2s1

wieder freigegeben werden. Nun wechselt man im Terminal in den Ordner, in welchem die Imagedatei liegt und gibt dabei folgendes ein:

sudo dd bs=1m if=raspbian.img of=/dev/rdisk2

Zu beachten ist dabei das aus „disk2s1“ -> „rdisk2“ wird, womit das Gerät direkt angesprochen wird. Theoretisch würde auch „disk2“ funktionieren, allerdings geht die Übertragungsgeschwindigkeit hierbei drastisch in den Keller. Nach dem Flashen der Karte wird das Gerät mittels:

diskutil eject /dev/rdisk2

ausgeworfen. Die Karte kann nun in den ausgeschalteten Pi gelegt werden und dieser mit Strom versorgt werden. Beim ersten Start wird man vom Konfigurationsmenü „raspi-config“ begrüßt. Hier kann man das Tastaturlayout, den SSH Server und andere Dinge einstellen. Wir stellen ein deutsches Tastaturlayout ein und aktivieren den SSH Server. Des Weiteren sollte man das Passwort für den Nutzer Pi ändern und die root Partion auf den gesamten Bereich der SD-Karte ausdehnen. Anschließend kann man den Pi neu starten.

Für das drahtlose Netz wird der WLAN-Stick an den Raspberry Pi angeschlossen. Wenn man dies im laufenden Betrieb macht, kann es passieren, dass der Pi anschließend neu startet. Das ganze sieht etwas nach einer Brownout Detection aus, sprich der Raspberry hat für einen Moment zu wenig Strom und startet neu.

In der Konsole kann man jetzt mittels „ifconfig“ feststellen, ob ein weiteres Netzwerkgerät hinzugekommen ist. Dort sollten die Geräte „eth0“, „lo“ und „wlan0“ auftauchen. Nun geht es an die Konfiguration des WLANs. Dazu wird die „/etc/network/interfaces“ mittels „nano“ aufgerufen:

sudo nano /etc/network/interfaces

Dabei werden einige Änderungen in der Datei vorgenommen. Anschließend sollte die „interfaces“ Datei wie folgt aussehen:

auto lo

iface lo inet loopback
iface eth0 inet dhcp

allow-hotplug wlan0
auto wlan0
iface wlan0 inet dhcp
pre-up wpa_supplicant -B w -D wext -i wlan0 -c /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
iface default inet dhcp

Nun geht es an die Konfiguration der „/etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf“ Datei. Diese sollte nach der Konfiguration in etwa so aussehen:

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

network={
  ssid="WLAN"
  scan_ssid=1
  proto=RSN
  key_mgmt=WPA-PSK
  pairwise=CCMP
  group=CCMP
  psk="geheim"
}

Im vorliegenden Beispiel wurde ein WPA 2 verschlüsseltes WLAN eingerichtet. Bei einem Neustart sollte das WLAN anschließend verfügbar sein. Ist dies nicht der Fall, so kann der Prozess mittels:

sudo wpa_supplicant -i wlan0 -D wext -c /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf -d

manuell aktiviert werden. Dabei sieht man dann auch entsprechende Fehlermeldungen, welche auf Probleme hinweisen können. Wenn die WLAN-Schnittstelle aktiv ist, kann man auf einem anderen Terminal mittels „iwconfig“ sehen, ob die Schnittstelle funktioniert. Dies ist dann gegeben, wenn die Schnittstelle nicht mehr als „unassociated“ markiert ist.

Der letzte Punkt, der jetzt noch fehlt, ist die Unterstützung für Airplay. Hierfür wird Shairport installiert. Dazu werden im ersten Schritt die notwendigen Bibliotheken installiert, sowie der Quellcode von Shairport und dem SDP Modul auf den Pi geholt:

sudo apt-get install git libao-dev libssl-dev libcrypt-openssl-rsa-perl libio-socket-inet6-perl libwww-perl avahi-utils libmodule-build-perl
git clone git clone https://github.com/njh/perl-net-sdp.git
git clone git://github.com/abrasive/shairport.git

Bevor Shairport kompiliert wird, muss das SDP Modul installiert werden. Dazu wechseln wie in den Ordner und geben dort folgendes ein:

perl Build.PL
sudo ./Build
sudo ./Build test
sudo ./Build install

Danach wechseln wir in den Shairport Ordner und geben dort „make“ ein. Anschließend können wir ganze mittels „perl shairport.pl“ starten und einen ersten Test vornehmen. Nun müssen wir noch dafür sorgen das Shairport beim Start des Pi auch gestartet wird. Außerdem soll der Empfänger noch einen ordentlichen Namen bekommen. Dazu geben wir im Shairport Ordner folgendes ein:

sudo make install
sudo cp shairport.init.sample /etc/init.d/shairport
cd /etc/init.d
sudo chmod a+x shairport
sudo update-rc.d shairport defaults
sudo nano shairport

Nachdem wir die Datei „shairport“ in „nano“ geöffnet haben, ändert wir dort den Namen z.B. in Schlafzimmer oder Wohnzimmer. Damit bekommt der Empfänger einen eindeutigen Namen. Nach einem Neustart oder einem manuellen:

./shairport start

ist der eigene AirPlay Empfänger fertig.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN
http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/wpa_supplicant
http://netz10.de/2010/02/13/wlan-wpa2-mit-psk-manuell-konfigurieren/

ALSA Version ermitteln

Bei ALSA handelt es sich um die „Advanced Linux Sound Architecture“. Diese sorgt dafür das es unter Linux auch etwas für die Ohren gibt. Manchmal ist es nötig die Versionsnummer der aktuell installierten Version zu ermitteln. Dies kann man auf der Konsole mittels:

cat /proc/asound/version

bewerkstelligen. Die Ausgabe sollte dann in etwa so aussehen:

Advanced Linux Sound Architecture Driver Version 1.0.25.

PDFs unter Linux komprimieren

Möchte man unter Linux eine PDF komprimieren, so kann dies relativ unkompliziert auf der Konsole erledigt werden. Dazu gibt man einfach folgende Zeile ein:

gs -sDEVICE=pdfwrite -dNOPAUSE -dBATCH -sOutputFile=output.pdf input.pdf

Ghostscript nimmt sich dann der Datei an und schreibt die Ausgabe in das mittels „sOutputFile“ bezeichnete Ziel. Die PDFs können dabei durchaus auf ein Drittel ihrer Größe schrumpfen.

PDFScanner

Wenn man unter Linux direkt in PDFs scannen möchte, bietet es sich an gscan2pdf zu nutzen. Unter Mac OS X gibt es ein ähnliches Tool mit dem Namen PDFScanner.

PDFScanner mit geöffneten Scanoptionen

PDFScanner mit geöffneten Scanoptionen

Neben dem Scannen in PDFs kann PDFScanner die Bilder entzerren und auch OCR auf die PDFs anwenden, so das diese durchsuchbar werden. Im Gegensatz zu gscan2pdf handelt es sich bei PDFScanner um eine kommerzielle Software. Die offizielle Seite ist unter http://www.pdfscannerapp.com/ zu finden.

PDFScanner
PDFScanner
Entwickler: Felix Rotthowe
Preis: 29,99 €

Jedi Knight nun Open Source

LucasArts wurde vor einigen Wochen von Disney geschlossen. Mittlerweile stellt sich raus, das das ganze auch gute Seiten hat. So wurden die Quelltexte der Spiele „Jedi Knight 2 – Jedi Outcast“ und „Jedi Knight – Jedi Academy“ von Raven Software unter der GPLv2 veröffentlicht. Raven Software entwickelte diese damals für Lucas Arts.

Allerdings ist der Quelltext nicht mehr an der ursprünglichen Quelle auf Sourceforge (Jedi Outcast, Jedi Academy) zu finden. Der Grund dafür ist, das es noch einige proprietäre Bestandteile im Quelltext gibt, welche noch entfernt werden müssen, bevor das ganze wieder auf Sourceforge veröffentlicht wird.

Allerdings ist der Quelltext mittlerweile gespiegelt auf Github zu finden. So ist Jedi Outcast unter https://github.com/dpiers/Jedi-Outcast und Jedi Academy unter https://github.com/dpiers/Jedi-Academy zu finden.

Besonders witzig sind auch die Kommentare in den Quelltexten:

void NPC_CheckPlayerAim( void )
{
    //FIXME: need appropriate dialogue
    /*
    gentity_t *player = &g_entities[0];

    if ( player && player->client && player->client->ps.weapon > (int)(WP_NONE) && player->client->ps.weapon < (int)(WP_TRICORDER) )
    {//player has a weapon ready
        if ( g_crosshairEntNum == NPC->s.number && level.time - g_crosshairEntTime < 200 
            && g_crosshairSameEntTime >= 3000 && g_crosshairEntDist < 256 )
        {//if the player holds the crosshair on you for a few seconds
            //ask them what the fuck they're doing
            G_AddVoiceEvent( NPC, Q_irand( EV_FF_1A, EV_FF_1C ), 0 );
        }
    }
    */
}

Mittlerweile wird auch an einer Linuxumsetzung von Jedi Outcast gearbeitet, welche sich ebenfalls auf Github befindet.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://www.reddit.com/r/programming/comments/1bnezw/jedi_outcastjedi_academy_source_code_released/
http://news.softpedia.com/news/Raven-Software-Asked-SourceForge-to-Remove-Jedi-Academy-and-Jedi-Outcast-344896.shtml
http://news.softpedia.com/news/Jedi-Academy-and-Jedi-Outcast-Projects-Mysteriously-Disappear-from-SourceForge-344571.shtml