Wenn man auf einem Server eine bestehende MySQL Datenbank einspielen möchte, so kann man natürlich auf Softwarepakete wie phpMyAdmin zurückgreifen. Problematisch wird das ganze immer dann, wenn die einzuspielende Datenbank größer ist oder auf dem Server kein Webserver mit installiertem PHP vorhanden ist.
Für solche Fälle gibt es die MySQL Kommandozeile („mysql“). Existiert die Datenbank noch nicht, so sollte im ersten Schritt mittels „mysql“ eine Datenbank und ein Nutzer erstellt werden:
mysql> CREATE DATABASE datenbankname;
mysql> GRANT ALL PRIVILEGES ON datenbankname.* TO nutzername@localhost IDENTIFIED BY 'geheim';
mysql> quit
Anschließend kann der Dump in die neu angelegte Datenbank eingespielt werden:
mysql -u root -p<Passwort> datenbankname < dump.sql
Alternativ kann die Datenbank anstatt mit „root“ auch mit dem neu angelegten Nutzer importiert werden.
Möchte man einen Mailserver auf seinem eigenen Server aufsetzen, so kann man sich durch hunderte Seiten Dokumentationen wühlen. Allerdings geht das ganze auch einfacher. Für einen Mailserver benötigen wir dabei einen MTA (Mail Transfer Agent) und einen IMAP/POP3 Server. Als MTA wird in diesem Fall Postfix und als IMAP/POP3 Server Dovecot genutzt werden. Dankenswerterweise liefert Ubuntu bereits das Paket „dovecot-postfix mit, welchen nur installiert werden muss:
apt-get install dovecot-postfix
Bei der anschließenden Installation werden einige Fragen gestellt. So sollte man bei einem dezidierten Server die Konfigurationsart „Internet-Site“ wählen. In der abschliesenden Frage sollte der Domainname des Servers eingetragen werden. Dieser muss dabei nicht mit dem Domainnamen der späteren Mailadressen übereinstimmen. So könnte der Domainname „mail.example.com“ sein, während die spätere Mailadresse „“ lautet.
Mailserver schauen nach ob der Name der IP Adresse (Reverse DNS) auch zum Mailserver passt. Nutzt man zum Beispiel die IP-Adresse 192.168.10.1 und deren Reverse DNS Name lautet „mail.example.com“ so muss auch der Hostname „mail.example.com“ lauten. Den Hostnamen kann man in der „/etc/hosts“ Datei konfigurieren. Auch ein Blick in die „/etc/postfix/main.cf“-Datei lohnt sich. Der Hostname (myhostname) sollte hier der gleiche sein. Auch das Überprüfen der Option „mydestination“ ist empfohlen.
Der Mailserver soll für verschiedene Domains zuständig sein. Außerdem sollen bei diesem Setup keine Unix Accounts für die Nutzer angelegt werden, die Verwaltung der Nutzer erfolgt virtuell. Auch auf Datenbanken zur Speicherung der Nutzer wird verzichtet, da sich dies erst ab zirka 100 Domains lohnt. Im ersten Schritt wird die Datei „/etc/postfix/main.cf“ um folgende Einträge erweitert:
Postfix wird bei der Gelegenheit in Zeile 3 auch der Gruppe „vmail“ hinzugefügt. In den letzten beiden Zeilen wird der Ordner für die lokalen Mailboxen erzeugt und dem Nutzer „vmail“ zugewiesen. Danach geht es an die Konfiguration der virtuellen Mailboxen:
nano /etc/postfix/virtual_domains
In der Datei „virtual_domains“ werden die Domains festgelegt für welche das System zuständig ist. Dabei wird jede Domain zeilenweise eingetragen:
example.com
example.org
Das Mapping der jeweiligen Mailadressen zu den Mailboxen findet in der Datei „/etc/postfix/vmailbox“ statt:
nano /etc/postfix/vmailbox
Dort werden auch wieder zeilenweise die jeweilige Mailadresse zu der Mailbox zugeordnet.
example.com/webmaster
example.com/seeseekey
Die jeweiligen Pfade der Mailbox sind dabei nicht absolut, sondern setzen sich aus dem in „virtual_mailbox_base“ definierten Pfad und dem jeweiligen Mailboxpfad zusammen. Der Slash am Ende der Mailboxdefinition führt dazu das Postfix als Speicherverfahren „maildir“ anstatt „mbox“ benutzt, wobei „maildir“ vorgezogen werden sollte. Weiterleitungen von einer Mailadresse an eine andere, werden in der Datei „/etc/postfix/virtual_alias“ definiert:
Postfix benötigt einige binäre Lookuptabellen, welche nach jeder Änderung mittels:
erzeugt werden müssen. Nun muss der LDA (Local Delivery Agent) in der „/etc/postfix/master.cf“-Datei konfiguriert werden. Dieser nimmt die Mail vom MTA entgegen und speichert sie in den lokalen Mailboxen. Dazu fügen wir am Ende der Datei die Zeilen:
dovecot unix - n n - - pipe
flags=DRhu user=vmail:vmail argv=/usr/lib/dovecot/deliver -f ${sender} -d ${recipient}
hinzu. Nachdem die Mailboxen über Postfix fertig konfiguriert worden sind, geht es an die Detailkonfiguration von Dovecot. In der Datei „/etc/dovecot/conf.d/10-auth.conf“ wird die Option „#disable_plaintext_auth = yes“ auskommentiert, damit keine Klartextauthentifikation möglich ist. Am Ende der Datei kommentieren wir die Zeile:
!include auth-system.conf.ext
aus und stattdessen die Zeile:
!include auth-passwdfile.conf.ext
ein. Anschließend wird die Datei „auth-passwdfile.conf.ext“ bearbeitet. Die Datei sollte nach der Bearbeitung in etwa so aussehen:
Im nächsten Schritt wird der LDA in Dovecot konfiguriert. In der Datei „/etc/dovecot/conf.d/15-lda.conf“ ergänzen wir dem „lda“-Block so das er anschließend wie folgt aussieht:
protocol lda {
# Space separated list of plugins to load (default is global mail_plugins).
#mail_plugins = $mail_plugins
hostname = mail.example.com
postmaster_address =
auth_socket_path = /var/run/dovecot/auth-master
mail_plugins = cmusieve
}
Nun muss noch der Speicherort der Mailboxen bekanntgegeben werden. Dazu wird in der Datei „/etc/dovecot/conf.d/10-mail.conf“ die „mail_location“ von:
mail_location = mbox:~/mail:INBOX=/var/mail/%u
in
mail_location = maildir:/var/mail/vhosts/%d/%n
geändert. Um Probleme mit der Authentifikation von Postfix zu vermeiden muss die Datei „/etc/dovecot/conf.d//10-master.conf“ angepasst werden. Hier wird der Block:
unix_listener auth-master {
mode = 0666
user =
group =
}
geändert. Nach einem Neustart der Dienste:
sudo service dovecot restart
sudo service postfix restart
sollte das Mailsystem funktionieren. Ist das wider Erwarten nicht der Fall, so empfiehlt sich ein Blick in die Logdateien „/var/log/mail.err“ und „/var/log/mail.log“. Wenn die Informationen in diesen Dateien zu ungenau sind, hilft es in der Konfigurationsdatei „/etc/dovecot/conf.d/10-auth.conf“ die Optionen:
auth_verbose = yes
auth_debug = yes
zu setzen. Dadurch ist die Ausgabe wesentlich ausführlicher. Möchte man einen neuen Nutzer anlegen so erzeugt man zuerst die passende Zeile für die „passwd“-Datei im „vhosts“-Verzeichnis:
Nun muss der entsprechende Eintrag in der „/etc/postfix/vmailbox“ angelegt werden und einige Befehle ausgeführt werden:
postmap /etc/postfix/vmailbox
mkdir -p /var/mail/vhosts/example.com/info
chown -R vmail:vmail /var/mail/vhosts
sudo service dovecot restart
sudo service postfix restart
Natürlich kann man sich für das anlegen neuer Nutzer auch ein entsprechendes Skript schreiben. Nach dem Neustart der Services ist das neue Postfach eingerichtet und kann genutzt werden.
Wenn man sich im Terminal durch Konfigurationsdateien hangelt, kann es durchaus vorkommen das man eine bestimmte Zeichenkette in den Dateien eines Ordners und dessen Unterordnern sucht. Hierfür bietet sich eine Kombination von „find“ und „grep“ an:
find . -type f -exec grep -l 'suchbegriff' {} \;
Das „find“ Kommando ermittelt dabei alle Dateien und übergibt sie dann an „grep“. Als Ausgabe erhält man anschließend eine Liste der Dateien in welchen der gesuchte Begriff enthalten ist.
Im Apache wird das Directory Listing in der „.htaccess“-Datei mit der Direktive:
Options +Indexes
aktiviert. Damit wird beim Aufruf eines Verzeichnisses ohne Indexdatei die Verzeichnisstruktur angezeigt. Auch der freie Webserver Nginx unterstützt dieses Verfahren. Bei ihm nennt sich die passende Direktive „autoindex“ und wird in der Seitenkonfiguration eingetragen:
server {
location / {
autoindex on;
}
}
Damit werden dann Verzeichnisse und Dateien im Browser angezeigt. Das Feature sollte natürlich nur bei Seiten eingeschaltet werden, wo dieses gewünscht ist.