WebDAV unter Nginx einrichten

Der freie Webserver Nginx beherrscht nicht nur das gewöhnliche Ausliefern von Daten über HTTP und HTTPS, sondern verfügt daneben über weitere Module. Mit einem dieser Module kann WebDAV für eine Ressource bereitgestellt werden.

WebDAV steht dabei für Web-based Distributed Authoring and Versioning und basiert auf HTTP. Über WebDAV können Dateien im Internet bereitgestellt werden. Unter anderem ist WebDAV deshalb so interessant weil es die gleichen Ports wie HTTP nutzt und somit in den seltensten Fällen blockiert wird. Im ersten Schritt sollte das benötigte Modul installiert werden:

apt install libnginx-mod-http-dav-ext

Zur Nutzung des Modules für WebDAV muss die Konfiguration der jeweiligen Seite unter /etc/nginx/sites-available/ angepasst werden. In diesem Beispiel wäre dies:

nano /etc/nginx/sites-available/example

Zur dieser Konfigurationsdatei wird folgende Konfiguration hinzugefügt:

server {
        listen   443 ssl;
        listen [::]:443 ssl;

        ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/example.org/fullchain.pem;
        ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/example.org/privkey.pem;

        root /var/www/example;

        server_name example.org;

        location / {
                dav_methods     PUT DELETE MKCOL COPY MOVE;
                dav_ext_methods   PROPFIND OPTIONS;
                dav_access    user:rw group:rw all:rw;

                autoindex     on;
        }
}

In diesem Fall wird für die Domain example.org die WebDAV-Unterstützung aktiviert. Dateien können hierbei ohne weitere Authentifizierung herunter- und hochgeladen werden. Soll WebDAV abgesichert werden, so geschieht das über den Basic authentication. Dazu wird dem location-Part folgendes hinzugefügt:

auth_basic "restricted";
auth_basic_user_file /var/www/example/.htpasswd;

Die .htpasswd-Datei kann mit dem Tool htpasswd erstellt werden:

htpasswd -c .htpasswd nutzer1

Bei der Nutzung wird das gewünschte Passwort erfragt. Soll ein weiterer Nutzer hinzugefügt werden, so muss der Parameter -c entfernt werden:

htpasswd .htpasswd nutzer2

Anschließend wird die Konfiguration von Nginx mittels:

service nginx reload

aktualisiert. Danach kann WebDAV für die Ressource verwendet werden.

Klassenname für Logger unter Java ermitteln

Wenn ein Logger unter Java erstellt wird, so wird diesem in den meisten Fällen ein Name übergeben, über den er später identifiziert und konfiguriert werden kann. Mit der Simple Logging Facade for Java kurz SLF4J würde das Ganze so aussehen:

Logger logger = LoggerFactory.getLogger("Testclass");

Die erste Möglichkeit wäre es nun den Namen der Klasse, über die Klasseninformationen mittels:

Logger logger = LoggerFactory.getLogger(Testclass.class.getName());

zu ermitteln. Alternativ kann diese Klasseninformation direkt in die Methode gegeben werden:

Logger logger = LoggerFactory.getLogger(Testclass.class);

Alle diese Methoden haben den Nachteil das die jeweilige Klasse in irgendeiner Form übergeben werden muss. Wenn nun dieser Logger in eine andere Klasse kopiert wird, um ihn dort ebenfalls zu nutzen, muss der Name der Klasse angepasst werden. Anders funktioniert das Ganze mit der folgenden Methode:

Logger logger = LoggerFactory.getLogger(new Exception().fillInStackTrace().getStackTrace()[0].getClassName());

Bei diesem Beispiel wird eine neue Exception instanziiert und aus dem Stacktrace dieser Exception der Name der Klasse ermittelt. Somit kann diese Zeile von Klasse zu Klasse kopiert werden, ohne das eine Anpassung notwendig wird.

Regionsspezifische Zeichen unter Java ermitteln

Auf der Welt existieren eine Reihe von Konventionen rund um das Thema Formatierung von Zahlen und anderen Werten. So existieren z.B. unterschiedlichste Reglungen für Dezimaltrennzeichen. Unter Java lassen sich diese dank der entsprechenden Unterstützung problemlos einbinden. So können Werte anhand der Locale, welche eine definierte Region repräsentiert, einfach formatiert werden:

double value = 42.2324;
String format = "#.00";

DecimalFormat decimalFormat = new DecimalFormat(format, DecimalFormatSymbols.getInstance(Locale.GERMANY));
String formattedString = decimalFormat.format(value);

System.out.println(formattedString);

In diesem Beispiel wird der Wert 42.2324 anhand der Locale und einer Formatierung in den Wert 42,23 konvertiert. Manchmal ist es allerdings notwendig Informationen über die einzelnen Trennzeichen und ähnliches zu erlangen. Auch diese Informationen können unter Java ermittelt werden:

Locale locale = new Locale("en", "GB");
DecimalFormat format = (DecimalFormat) DecimalFormat.getInstance(locale);

char decimalSeparator = format.getDecimalFormatSymbols().getDecimalSeparator();
char groupingSeparator = format.getDecimalFormatSymbols().getGroupingSeparator();
Currency currency = format.getDecimalFormatSymbols().getCurrency();

Hier wird eine Locale angelegt und mit dieser eine Instanz der Klasse DecimalFormat erzeugt. Anschließend kann diese Instanz genutzt werden, um die regionsspezifischen Zeichen wie z.B. den Dezimalseparator zu ermitteln.

Freier Java-Decompiler

In jeder besseren Entwicklungsumgebung für Java ist ein Decompiler integriert. Daneben existieren auch Standalone-Decompiler wie der Java Decompiler. Der Decompiler ermöglicht es den Quelltext aus dem Kompilat wieder herzustellen. Dies funktioniert bei Java relativ gut, da dort der Quelltext nur in Bytecode für die JVM umgewandelt wird. Dieser Bytecode ist noch relativ High-Level, so das die Rückumwandlung einfacher vonstattengeht. Neben dem Standalone-GUI, existieren Plugins für Eclipse und IntelliJ IDEA.

Die grafische Oberfläche des Decompiler

Zu finden ist das Projekt unter java-decompiler.github.io, der entsprechenden Quelltext befindet sich ebenfalls auf GitHub. Lizenziert ist der Decompiler unter der GPL in der Version 3 und damit freie Software.

Vergleichen von Fließkommawerten unter Java

Einen Integerwert unter Java zu vergleichen ist trivial. Man nehme zwei Variablen vom Typ Integer und vergleiche sie, unter Zuhilfenahme des entsprechenden Operators, miteinander:

int a = 7;
int b = 7;

boolean equal = a == b;

Am Ende ist der Wert in der Variable equal true, da die Werte in der Variable a und b identisch sind. Nun könnte das Ganze bei Fließkommazahlen ebenso funktionieren:

double a = 7;
double b = 7;

boolean equal = a == b;

Auch in diesem Fall ist das Ergebnis am Ende true. Trotzdem sollten Fließkommazahlen niemals auf diese Weise verglichen werden. Spätestens bei folgendem Beispiel fällt dies auf:

double a = 4.1 + 0.8;
double b = 5.7 - 0.8;

boolean equal = a == b;

Obwohl beide Rechnungen eigentlich 5,9 ergeben sollten, wird in der Variable equal der Wert false enthalten sein. Hintergrund hierfür ist die Speicherung der Fließkommazahlen. Diese ist im Standard IEEE 754 festgelegt. Bei dieser Darstellung besteht die Zahl aus einem Vorzeichen, einem Exponent und einer Mantisse. Bei der Umwandlung der Dezimalzahl in ihre binäre Darstellung und der Verrechnung kann es zu Ungenauigkeiten (z.B. bei der Rundung im Prozessor) kommen. Wenn diese Werte nun binär verglichen werden, sind sie nicht identisch. Statt durch direkten Vergleich, sollte die „Gleichheit“ durch eine Differenzrechnung ermittelt werden:

public static boolean compare(double a, double b) {
    return Math.abs(a - b) < 0.0001; // Diff smaller epsilon?
}

Nachdem die Differenz der beiden Werte gebildet wurde, wird überprüft ob diese kleiner als Epsilon sind. Epsilon stellt den Threshold bzw. eine Schwelle oder Toleranz dar. Solange die Differenz unter diesem Wert liegt, werden beide Werte als identisch angenommen. Natürlich fehlt in dieser Methode noch eine Absicherung gegenüber NaN-Werten.

Statt sich eine solche Methode selber zu schreiben, können Methoden aus bekannten Utility-Bibliotheken wie Guava (DoubleMath.fuzzyCompare) genutzt werden.