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Vor vielen Jahren spielte ich mein erstes Point & Click Adventure mit dem Namen Maniac Mansion auf dem Commodore 64. Leider bin ich in all der Zeit nicht dazu gekommen den Nachfolger Day of the Tentacle zu spielen. Dank der Remastered Version, welche unter anderem für iOS erschien, konnte ich das nun endlich nachholen.

Das Tentakel will die Weltherrschaft an sich reißen

Die Geschichte des Spieles ist schnell erzählt. Das lila Tentakel trinkt giftige Industrieabfälle und mutiert dadurch und möchte plötzlich die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dabei spielt man nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft und der Vergangenheit und muss die Ereignisse so ändern das man schlussendlich, durch die geschickte Manipulation der Zeitlinie, zum Ziel kommt. Im Original Day of the Tentacle gab es bei Ed einen Computer auf dem man den Vorgänger Maniac Mansion spielen konnte. Auch auf der iOS-Version ist dieses Gimmick enthalten.

Der Computer bei Ed ermöglicht das Spielen von Maniac Mansion

Im Gegensatz zum Originalinterface, das in der Remastered-Variante ebenfalls genutzt werden kann, ist das neue Interface an die zeitlichen Gepflogenheiten von heute angepasst und lässt sich auch auf dem iPad gut spielen.

Wer auf der Suche nach einigen Stunden Ablenkung in der guten alten Zeit™ ist, der sollte sich Day of the Tentacle zu Gemüte führen.

Die goldenen Zeiten des Commodore 64 sind (leider) schon seit knapp 30 Jahren vorbei. Software wurde damals auf Kassetten und Disketten ausgeliefert. Gemeinsam haben diese Datenträger, das sie die Daten magnetisch speichern. Diese Datenträger sind dabei nicht auf Langzeit-Archivierung ausgelegt. Damit das Erbe dieser Ära nicht verloren geht, gibt es Projekte wie das C64 Preservation Project. Ziel des Projektes ist es die Erhaltung originärer Spiele und Anwendungen. Dabei geht es auch um solche Dinge wie die Erhaltung des „Kopierschutzes“ der Spiele und Anwendungen.

Die überarbeitete Version des Commodore 64

Die überarbeitete Version des Commodore 64

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens wurde die 10th Anniversary Collection vom Projekt herausgegeben. Sie wird beim Internet Archive gehostet. Die offizielle Seite des Projektes ist unter c64preservation.com zu finden.

Von 1984 bis 1999 gab es für den Heimcomputer Commodore 64 eine äußert informative und ambitionierte Zeitschreft unter dem Namen 64’er. Diese Zeitschrift kann man mittlerweile online lesen.

64er-online.de

64er-online.de

Das Projekt C64er Online hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Jahrgänge der Zeitschrift zu digitalisieren. Das betrifft dabei nicht nur die regulären Ausgaben, sondern auch die Sonderhefte. Die Jahrgänge sind mittlerweile komplett nur bei den Sonderheften gibt es noch einige Lücken. Wer sich um die rechtlichen Implikationen sorgt – das Projekt ist von Verlag genehmigt worden, so das man die alten Ausgaben mit ruhigen Gewissen genießen kann.

Der Commodore 64 verfügte über ein ROM, in welchem das BASIC und der KERNAL gespeichert wurden. Michael Steil digitalisierte das komplette dokumentierte ROM des C64er aus dem Buch Das neue Commodore-64-intern-Buch und stellt sie neben einigen anderen in einem Git-Repository auf GitHub zur Verfügung.

Das kommentierte ROM in der HTML Version

Das kommentierte ROM in der HTML Version

Neben der Version aus dem Git-Repository gibt es das ganze auch als HTML-Seite auf pagetable.com. Dort sind die deutsche Version und auch der originale Quelltext von Microsoft, sowie englische ROM-Kommentare zu finden.

Maniac Mansion war eines der ersten Spiele auf dem Rechner, welche mich in Ihren Bann gezogen haben. Dabei spielte ich neben der PC-Version auch die Version für den Commodore 64. Seit einigen Tagen gibt es eine Kickstarter Kampagne welche den Nachfolger im Geiste entwickeln möchte. Verantwortlich für die Kampagne sind Ron Gilbert und Gary Winnick, welche unter anderem Maniac Mansion geschaffen haben.

Von den zu erreichenden 375.000 US-Dollar sind bereits knapp 350.000 US-Dollar zugesagt, so das die grundlegende Finanzierung gesichert sein sollte. Zusagen sind dabei noch bis zum 18. Dezember möglich. Boris Schneider-Johne hat mittlerweile angeboten, die Übersetzung ins Deutsche zu übernehmen. Darin sollte er Erfahrung haben, da er dies bereits für die ersten sechs LucasArt-Spiele getan hat und die entsprechenden Übersetzungen legendär sind.

Bei der Suche nach Informationen zum Commodore C64 bin ich über das Magazin Lotek64 gestoßen. Bei diesem handelt es sich um ein Magazin in PDF- und Papierform welches sich mit Themen rund um diese Epoche beschäftigt. Die mittlerweile über 40 Ausgaben bieten dabei auf zirka 30 Seiten pro Ausgabe interessante Artikel zu Themen aus dieser Zeit, wobei durchaus auch aktuelle Dinge behandelt werden. Zu finden ist das Magazin dabei unter http://lotek64.com.

Wer einen Commodore 64 sein eigen nannte oder vielleicht sogar noch nennt, wird sich sicherlich an die Musik einiger C64er Spiele erinnern. Möchte man diesen Sound auch heute noch hören, nichts leichter als das, SID’s herunterladen und hinein in einen SID fähigen Player. Doch woher nehmen wenn nicht stehlen? Eine riesige Sammlung von SID’s hört auf den Namen The High Voltage SID Collection welche unter http://www.hvsc.c64.org/ zu finden ist. Viel Spaß beim hören 🙂

Weitere Informationen gibt es unter:
http://www.c64-wiki.de/index.php/High_Voltage_SID_Collection
http://en.wikipedia.org/wiki/The_High_Voltage_SID_Collection
http://de.wikipedia.org/wiki/Chiptune