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Ein Webradio oder Internetradio an sich ist schon eine feine Sache. Natürlich gibt es einige Fallstricke welche man beachten muss. Bevor es an die Technik, sollten erst einmal ein paar rechtliche Dinge betrachtet werden, welche sich in drei Stichpunkte zusammenfassen lassen:

  • Landesmedienanstalt
  • GEMA
  • GVL

Die Landesmedienanstalt spielt bedingt durch den Rundfunkstaatsvertrag eine Rolle. Wer ein Internetradio betreiben möchte benötigt zwar keine Zulassung mehr (seit 2009), allerdings muss das Angebot angezeigt werden, da sonst Strafzahlungen bis 500.000 € folgen können. Zur Anzeigepflicht gibt es auch eine Auskunft der Bayrischen Landesmedienanstalt:

Internetradios, die im sogenannten Streaming-Verfahren verbreitet werden und 500 und mehr Hörern technisch zugänglich sind, sind seit dem Inkraftreten des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags am 1. Juni 2009 nicht mehr genehmigungs- sondern nur noch anzeigepflichtig. Maßgeblich für eine Anzeigepflicht ist die technische Möglichkeit, dass 500 und mehr Internetnutzer das Programm gleichzeitig hören können. Darauf, wie viele Hörer das Programm tatsächlich hören, kommt es nicht an.

Stellt man das ganze hingegen nur 499 Hörern zur Verfügung so gilt:

Internetradios, die weniger als 500 Hörern zur Verfügung gestellt oder die im Abrufverfahren verbreitet werden, sind weder genehmigungs- noch anzeigepflichtig.

Das entsprechende Formular kann man sich bei seiner Landesmedienanstalt herunterladen. Für Mecklenburg-Vorpommern findet man dieses z.B. unter http://www.medienanstalt-mv.de/service/downloads.html. Interessanter wird bei der GEMA und der GVL. Doch zitieren wir dazu doch mal aus dem entsprechenden Wikipedia Artikel:

Im Übrigen fallen beispielsweise in Deutschland Gebühren für GEMA (Mindestvergütung 30 Euro/Monat) und GVL (Mindestvergütung nicht-kommerziell: 500 Euro/Jahr, kommerziell: 1500 Euro/Jahr) an, falls das Webradio abgabepflichtige Musik spielt. Weitere Kosten entstehen durch den „Traffic“ (das übertragene Datenvolumen): Je mehr Leute zuhören, desto teurer wird es für den Sender. Klassische Rundfunkanstalten, die ihre über UKW verbreiteten Sendungen übers Internet zweitverwerten („simulcasten“), haben in der Regel Pauschalverträge mit ihren Streaming-Anbietern abgeschlossen.

In diesem Fall gehen wir davon aus, das man nur nicht abgabepflichtige Musik spielen möchte. Dies könnte z.B. unter Creative Commons lizenzierte Musik sein. Doch hier schlägt die GEMA Vermutung zu. Dabei handelt es sich um eine Beweislastumkehr zu lasten des Betreibers (oder auch eines Veranstalters). Zitieren wir auch dazu aus dem entsprechenden Wikipedia Artikel:

Wer GEMA-freie Musik öffentlich aufführt oder gewerblich nutzt, muss, um Ansprüchen der GEMA zu entgehen, die Vermutung widerlegen, dass die genutzten Werke GEMA-pflichtig sind. Notwendig sind nach der bisherigen Rechtsprechung dafür die Nennung von Komponist, Texter, Bearbeiter und gegebenenfalls des Verlags, die an dem Werk beteiligt waren[2], auch dann, wenn es sich um ausländische Musik handelt[3].

Problematisch wird es erst im nächsten Satz:

Kann die Sachlage nicht eindeutig geklärt werden, wird davon ausgegangen, dass die Musik nicht GEMA-frei ist, also zum GEMA-Repertoire gehört und somit entsprechende GEMA-Gebühren zu entrichten sind.

Nicht umsonst bezeichnete Matthias Deutschmann die GEMA als “gemeine Mafia”. Ohne wasserfesten Nachweis hat man ziemlich schnell die GEMA vor der Tür die “ihr Geld” sehen möchte. Doch wie sieht ein solcher Nachweis aus? Man benötigt wohl oder übel eine Liste der gespielten Stücke mit ein paar Angaben pro Stück:

  • Komponist
  • Texter
  • Bearbeiter/Verlag

Um mir nochmal “relative” Gewissheit zu verschaffen, fragte ich dann mal bei der GEMA nach:

[…] für das abspielen GEMA pflichtiger Musik sind ja Gebühren zu entrichten. Wie verhält sich das bei Webradios welche nur Creative Commons (die ja per se nicht GEMA pflichtig ist) lizenzierte Musik anbieten und spielen. Müssen hier wegen der GEMA Vermutung ständig Playlists an die GEMA geschickt werden oder reicht dort die Pauschalzusage das man keine GEMA lizenzierte Musik spielt?

Die Antwort darauf kam dann noch am selben Tag:

Wenn Sie ausschließlich Musik verwenden, bei der die GEMA die Rechte nicht wahrnehmen kann, benötigen Sie keine Lizenz von der GEMA. Die Prüfpflicht liegt bei Ihnen. Sie müssten die Senderechte dann direkt beim Urheber erwerben.

Dann stellt sich natürlich die Frage wo man entsprechend lizenzierte Musik beziehen kann. Hier bietet sich z.B. der Dienst Jamendo an welcher unter http://www.jamendo.com/de/ zu finden ist.

Nach der rechtlichen Seite stellt sich auch die Frage der technischen Seite. Hier empfinde ich Airtime als angenehme Lösung deren Installation ich auch bereits beschrieben habe. In der aktuellen Version kann man leider noch nicht per Stream, live zum Server senden. Dies soll allerdings schon in der nächsten Version nachgerüstet werden.

Davor hatte ich Rivendell (http://rivendellaudio.org/) ausprobiert, allerdings hat diese Lösung technisch wie von der Bedienung schon gefühlt einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Schematisch könnte das ganze fertige System dann in etwa so aussehen:

Als Software für den Moderation bietet sich z.B. Mixxx (http://www.mixxx.org) oder die Internet DJ Console (http://idjc.sourceforge.net) an. Damit kann man sich dann mit dem Streaming Server verbinden, falls man Livesendungen plant. Bei vorproduziertem Programm ist dies nicht nötig.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://www.talkunafraid.co.uk/
http://wiki.ubuntuusers.de/Icecast2
http://wiki.ubuntuusers.de/Internet_DJ_Console
http://wiki.ubuntuusers.de/Internetradio/Funktionsweise
http://www.heise.de/tp/artikel/19/19073/1.html
http://ubuntublog.ch/allgemein/ubuntu-web-radio-die-testphase
http://ubuntublog.ch/applikationen/mit-ubuntu-ein-web-radio-betreiben

10 Kommentare

  1. Jetzt hast du dich verraten: Du bist Mecklenburger 😉

    Planst du denn einen eigenen Radiosender? Wirst du da auch was sprechen oder nur Musik spielen?

    Schöne Grüße aus Rostock.

    Antworten

  2. Hallo,
    eine sehr gute Anleitung die du gepostet hast. Ich musste mherere Stunden im Google suchen und fand dann endgültig diese Anleitung die mir sehr half da einen Überblick zu bekommen. Bei http://www.menkisys.de habe ich den Anbieter gefunden der mir sehr zusagt. Ich muss nur noch das ganze an die Gema Senden.

    lg
    MELISA

    Antworten

  3. andyboys (17. April 2012 – 15:18) | Antworten | (Dieser Kommentar muss vom Moderator freigeschaltet werden.)

    Hallo liebe Ubuntu User

    ich habe jetzt Ubuntu 10.10. Benutze das IDJC Musik­pro­gramm lei­der kann man da nur
    über Shout­cast stream­men.
    In XP kann ich alles neh­men Sam VLC Radio­boss usw..ich nehme den Ser­ver no23live der auf meine DSL Box auf port 8011 zugreift. Meine Freunde bekom­men mein IP und bekom­men direckt
    Ton. (also kein Fremd-server)nur wer meine IP bekommt hört was auf mei­nen PC läuft.
    In Ubuntu klingt mein Mic deut­lich bes­ser . Wer hilft mir einen kleine Gra­fi­schen Ser­ver ähnlich no23live wo ich sehe wer mich hört (sehe da immer ip von Freun­den )
    eint­zu­rich­ten.
    ich sende mit IDJC rechts auf Desk­top klei­ner Ser­ver lei­der bringe ich es allein nicht.
    ich bin bereit für die Bemü­hung auch 15 eur zu über­wei­sen.
    Ich habe auch in Ubuntu 10.10. einen Team­viewer vers.7.0 installiert.

    mit lie­ben Grü­ßen andreas (andy­boys) DJ_Powermen
    Einen klei­nen Chat habe ich auch mit Gast­zu­gang kein regis­trie­ren not­wen­dig.
    http://powerman-radio.jimdo.com/ wer mir ernst­haft hel­fen würde andyngd@gmx.de

    Antworten

  4. Pingback: Radioprogramm ganz ohne Musik | seeseekey.net

  5. Vielen Dank für den interessanten Artikel. es gibt wirklich viel zu beachten, wenn man ein eigenes Internetradio starten möchte. Deshalb sollte man sich vorher genau informieren.

    Antworten

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  7. Hehey,
    schöner Artikel! Zeigt sehr schön den Einstieg wenn man sein eigens Internetradio starten möchte. So weiß man direkt über die basic Dinge bescheid und den rest kann man dann learning by doing lernen 🙂
    Wirklich sehr sehr hilfreich, Danke dafür.
    LG

    Antworten

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