Tool-Aufrufe unter OpenCode reparieren

Der Open-Source AI-Coding-Agent OpenCode lässt sich nicht nur mit den üblichen Cloud-Anbietern, sondern auch mit lokalen bzw. selbst gehosteten Sprachmodellen nutzen. Dazu kann beispielsweise Ollama über dessen OpenAI-kompatible API angebunden werden.

OpenCode Desktop unter macOS

In Verbindung mit bestimmten Modellen wie dem qwen3-coder:30b zeigte sich allerdings ein interessantes Problem. Tool-Aufrufe funktionieren nicht, da sie oft als Klartext ausgeben und nicht korrekt interpretiert werden. Probleme mit Tool-Aufrufen sind im OpenCode-Projekt bereits länger bekannt und diskutiert.

Ob das verwendete Modell grundsätzlich Tool-Aufrufe unterstützt, lässt sich mit:

ollama show qwen3-coder:30b

überprüfen. Unter Capabilities sollte hierbei unter anderem:

tools

aufgeführt sein. Ist dies der Fall und funktionieren die Werkzeuge in OpenCode trotzdem nicht zuverlässig, kann die Ursache im von Ollama verwendeten Kontextfenster liegen.

OpenCode benötigt für agentisches Arbeiten vergleichsweise viel Kontext. Neben der eigentlichen Unterhaltung befinden sich dort unter anderem der System-Prompt und die Beschreibungen der zur Verfügung stehenden Werkzeuge. Ist das Kontextfenster zu klein, können Tool-Aufrufe dadurch nicht mehr zuverlässig funktionieren. Auch die OpenCode-Dokumentation weist bei Problemen mit Tool Calls in Verbindung mit Ollama darauf hin, num_ctx zu erhöhen.

Wird Ollama allerdings über die OpenAI-kompatible Schnittstelle von OpenCode angesprochen, lässt sich num_ctx nicht ohne Weiteres zuverlässig über die OpenCode-Konfiguration setzen. Als Workaround kann deshalb ein eigenes Ollama-Modell mit fest eingestellter Kontextgröße angelegt werden. Dazu wird das gewünschte Modell zunächst gestartet:

ollama run qwen3-coder:30b

Anschließend wird die Kontextgröße gesetzt:

/set parameter num_ctx 131072

und die Konfiguration unter einem neuen Modellnamen gespeichert:

/save qwen3-coder:30b-128k
/bye

Damit existiert neben dem ursprünglichen Modell nun eine Variante, bei welcher das größere Kontextfenster fest hinterlegt ist. Die Größe muss nicht zwangsläufig 128K betragen. Für Tool-Aufrufe empfiehlt OpenCode eine Erhöhung in den Bereich von 16K bis 32K. Bei entsprechend verfügbarem Speicher kann für längere Coding-Sitzungen allerdings auch ein deutlich größeres Kontextfenster sinnvoll sein. In OpenCode muss anschließend das neu angelegte Modell konfiguriert werden:

nano ~/.config/opencode/opencode.json

Eine entsprechende Konfiguration kann beispielsweise wie folgt aussehen:

{
  "$schema": "https://opencode.ai/config.json",

  "provider": {
    "remote-ollama": {
      "npm": "@ai-sdk/openai-compatible",
      "name": "Remote Ollama",

      "options": {
        "baseURL": "https://example.org/ollama/v1",

        "headers": {
          "Authorization": "Bearer secret-token-123"
        }
      },

      "models": {
        "qwen3-coder:30b-128k": {
          "name": "Qwen3 Coder 30B 128K",
          "tools": true,
          "limit": {
            "context": 131072,
            "output": 16384
          }
        }
      }
    }
  },

  "model": "remote-ollama/qwen3-coder:30b-128k"
}

Wichtig ist hierbei die Unterscheidung zwischen den beiden Konfigurationen. Mit:

"limit": {
  "context": 131072,
  "output": 16384
}

wird OpenCode mitgeteilt, welche Grenzen das Modell besitzt. Dadurch wird allerdings nicht die tatsächliche Kontextgröße gesetzt, diese wurde stattdessen im neuen Modell angelegt. Nach einem Neustart von OpenCode kann das Tooling beispielsweise mit:

Erstelle eine Datei todo.md mit exakt dem Inhalt ‚hello world‘.

getestet werden. Wird die Datei tatsächlich über die OpenCode-Werkzeuge angelegt, funktionieren die Tool-Aufrufe. Da sich OpenCode und die Anbindung lokaler Modelle derzeit schnell weiterentwickeln, kann es allerdings auch mit dieser Konfiguration zu Problemen mit Tool-Aufrufen kommen, die andere Ursachen haben.

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