seeseekey.net - Invictus Deus Ex Machina

Vir­tua­li­sie­rung an sich ist eine feine Sache, man nehme einen Rech­ner und simu­liere auf die­sem meh­rere Rech­ner. Dank KVM ist die ganze Sache auch ziem­lich ein­fach. Dazu instal­liert man auf einem Rech­ner ein Ubuntu Ser­ver 12.10 (mit dem OpenSSH Paket, und einem Nut­zer (in die­sem Fall „see­see­key“)). Dabei sollte man dar­auf ach­ten, das der Nut­zer kein ver­schlüs­sel­tes „home“-Verzeichnis hat, sonst könnte es spä­ter Pro­bleme mit der Ver­wen­dung von SSH Schlüs­seln geben. Anschlie­ßend über­prüft man auf der Kon­sole mittels:

cat /proc/cpuinfo

ob die CPU über die ent­spre­chende Vir­tua­li­sie­rungs­funk­tio­nen ver­fügt. Die erkennt man in der Sek­tion „flags“ der Aus­gabe. Dort muss für Intel CPUs das Flag „vmx“ und für AMD CPUs das Flag „svn“ vor­han­den sein. Ist dies der Fall so kann KVM mittels:

sudo apt-get install qemu-kvm libvirt-bin virtinst

instal­liert wer­den. Ein anschließendes:

kvm-ok

über­prüft dann noch­mal ob die CPU wirk­lich für KVM geeig­net ist. Dabei ist zu beach­ten das es „kvm-ok“ nur unter Ubuntu gibt, andere Dis­tri­bu­tion ent­hal­ten es aller Wahr­schein­lich­keit nach nicht. Nun muss der Nut­zer noch der Gruppe „libvirtd“ hin­zu­ge­fügt wer­den. Auf der Kon­sole ist dazu ein:

sudo adduser seeseekey libvirtd

nötig. Danach sollte der KVM Host neu­ge­star­tet wer­den, bzw. sich an– und abge­mel­det wer­den. Zur Ver­wal­tung der Maschi­nen wird der „Vir­tual Machine Mana­ger“ benutzt. Die­ser wird auf der ent­spre­chen­den Ziel­ma­schine (wel­che nicht iden­tisch mit dem KVM Host sein muss) mittels:

sudo apt-get install virt-manager

instal­liert. Auf der ent­spre­chen­den Maschine, wel­che die Ver­wal­tung über­nimmt sollte ein SSH Schlüs­sel erzeugt wer­den. Dies geschieht auf der Konsole:

ssh-keygen -t rsa -C "user@example.org"

Nun über­tra­gen wir den Schlüs­sel auf den KVM Host, damit wir uns mit die­sem ver­bin­den kön­nen, was dann so aus­se­hen könnte:

ssh-copy-id -i ~/.ssh/id_rsa.pub seeseekey@kvmhost

Danach sollte der „Vir­tual Machine Mana­ger“ gestar­tet wer­den. Über „Datei“ -> „Ver­bin­dung hin­zu­fü­gen“ wird im dar­auf fol­gen­den Dia­log der KVM Host hinzugefügt.

Eine Ver­bin­dung wird hinzugefügt

Nun wird noch eine Netz­werk­brü­cke ein­ge­rich­tet. Diese dient dazu, das man die vir­tu­el­len Maschi­nen auch von außen anspre­chen kann. Ohne diese Brü­cke befin­den sich die Maschi­nen hin­ter einem NAT und kön­nen nur mit dem KVM Host kommunizieren.

Um die Bridge zu erstel­len wird die Datei „/etc/network/interfaces“ geän­dert. Auf einem nor­ma­len Sys­tem sollte diese wie folgt aussehen:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Nun wird „auto eth0“ in „auto br0“ und „iface eth0 inet dhcp“ in „iface br0 inet dhcp“ geän­dert. Anschlie­ßend fehlt nur noch die Zeile:

bridge_ports eth1

wel­che am Ende hin­zu­ge­fügt wird. Damit sieht die neue „/etc/network/interfaces“ dann wie folgt aus:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto br0
iface br0 inet dhcp
bridge_ports eth0

Danach geben wir im Terminal:

/etc/init.d/networking restart

mit root-Rechten ein und schon ist die ent­spre­chende Kon­fi­gu­ra­tion wirksam.

Die Sto­rage Pools des KVM Host

Nach­dem dies gesche­hen ist kann man eine neue vir­tu­elle Maschine anle­gen. Wenn man ein Win­dows­sys­tem instal­liert, sollte man dar­auf ach­ten, das man die ent­spre­chen­den Trei­ber anschlie­ßend instal­liert. Diese fin­det man unter http://alt.fedoraproject.org/pub/alt/virtio-win/latest/images/bin/.

Bei den Sto­rage Pools, in wel­chem die Daten für die vir­tu­el­len Maschi­nen lie­gen, emp­fiehlt es sich den „default“ Pool außen vor zu las­sen. Statt­des­sen legt man sich einen Pool „images“ und einen Pool „machi­nes“ an. Im „images“ Pool lagert man dann alle Betriebsys­tem­i­mages für die Instal­la­tion neuer Maschi­nen. Im „machi­nes“ Pool hin­ge­gen, soll­ten sich die instal­lier­ten Maschi­nen befinden.

Das Quell­ge­rät muss auf die Netz­werk­brü­cke ein­ge­stellt werden

In jeder vir­tu­el­len Maschine muss dabei das Quell­ge­rät in der Netz­werk­kon­fi­gu­ra­tion auf die Netz­werk­brü­cke (br0) ein­ge­stellt wer­den. Damit ist die Maschine ein Teil des Netz­wer­kes in wel­chem sich auch der KVM Host befin­det. Bei den vir­tu­el­len Maschi­nen, emp­fiehlt es sich bei gra­fi­schen Sys­te­men in der ent­spre­chen­den Kon­fi­gu­ra­tion unter „Video“ das Modell „vmvga“ auszuwählen.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen gibt es unter:
http://wiki.ubuntuusers.de/SSH
http://wiki.ubuntuusers.de/KVM
http://wiki.ubuntuusers.de/virt-manager
http://wiki.ubuntuusers.de/Virtualisierung
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel-based_Virtual_Machine

4 Kommentare

  1. Bitte falls du weisst, dass es so ginge und wie das geht.

    Ich habe eine ein­fa­che Dual­boot Maschine vor mir die noch auf 12.04 basiert. Könnte ich jetzt irgendwie12.10 instal­lie­ren und das inte­grierte XP als vir­tu­elle Maschine in Ubuntu starten?

    Und nun die Enhan­ced Frage:
    Wenn denn das vor­he­rige funk­tio­niert. Könnte ich tem­po­rär der XP VM-Maschine die Gra­fik­karte voll zutei­len damit ich da volle gra­fi­sche Leis­tung habe. Also etwa so ich starte die XP-VM der PC über­trägt der die Kon­trolle für die Gra­fik­karte. Ich kann nun Gamen und mit her­un­ter­fah­ren der Maschine bekommt Ubuntu die Graka wie­der zurück.

    Der grosse Vor­teil die­ser Lösung. Ich bräuchte mich nicht für NTFS zu inter­es­sie­ren. Ich binde dann in XP ein­fach meine Daten via SAMBA als Netz­lauf­werk an.

    Antworten

    • Da es sich um ein Dual Boot Sys­tem han­delt muss die XP Instal­la­tion in ein KVM Image umge­wan­delt wer­den. Ein­fa­cher ist es wahr­schein­lich, erst ein­mal die Ubun­tu­par­tion auf die volle Größe der Fest­platte zu erwei­tern und anschlie­ßend auf 12.10 upzugraden.

      Danach hat man dann die Mög­lich­keit Win­dows XP in einer neuen vir­tu­el­len Maschine zu instal­lie­ren. Hier würde sich neben KVM eher Vir­tual­Box eig­nen. Bei KVM kann man im ers­ten Moment nur per VNC (bei Win­dows­ma­schi­nen auch per RPD) zugrei­fen. Das ist natür­lich im Punkt Gra­fik­per­for­mance nicht son­der­lich hilfreich.

      Antworten

  2. Pingback: KVM Server unter Mac OS X verwalten | seeseekey.net

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