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Heute stellte sich mir spontan die Frage warum es so wenige kommerzielle Spiele für Linux gibt. Nach ein paar Minuten nachdenken kam ich auf ein paar Ideen. Der gewichtigste Grund ist sicherlich schlicht und ergreifend der Marktanteil, der bei Windows einfach höher liegt. Da hilft es nur mehr Systeme mit Linux zu installieren 😉 Den zweiten Grund den ich mir vorstellen könnte ist, das manche Firmen Angst haben vor der Vielfalt. Bei Windows gibt es ja nur Windows XP, Windows Vista und Windows 7 (wenn wir mal nur die neueren Sachen für den Endbenutzer betrachten). Bei Linux hingegen gibt es hunderte Distributionen. Das könnte mancher Firma schon Angst machen.

Auf der anderen Seite bin ich aber gar nicht mal so unglücklich über den jetzigen Zustand, da es wie ich finde doch die Open Source Spiele indirekt fördert. Auch wenn es dort noch nicht die Mega 3D Blockbuster gibt von denen jeder redet. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Außerdem bestechen viele Open Source Spiele eher durch die Idee und deren Umsetzung als durch bombastische Sound- und Grafikeffekte. Man denke nur an Spiele wie XMoto und Co. Und es existieren wirklich eine Menge freie und gute Spiele für Linux angefangen bei Armagetron über Spring oder Wormux bis zu Oolite. Wenn die Industrie halt nicht will, dann nicht 😉

11 Kommentare

  1. Ein wichtiger Grund ist, dass es unter Linux so etwas wie Direct X nicht gibt. Unter Linux herrscht vielfalt. ab und an ist das gut. Für Spielehersteller ist dies jedoch eine mehrbelastung, die man bei 1 % marktverbreitung von linux nicht eingeht

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  2. “Bei Windows gibt es ja nur Windows XP, Windows Vista und Windows 7 (wenn wir mal nur die neueren Sachen für den Endbenutzer betrachten). Bei Linux hingegen gibt es hunderte Distributionen.”

    Alle Linux-Distributionen sind (mit Ausnahme von 32-bit/64-bit) binärkompatibel. Das bedeutet du schreibst einmal ein Programm für eine Distribution und das Programm selbst ist auf allen Distributionen lauffähig. Probleme gibt es nur beim Linken da die Pfade zu den Bibliotheken, bzw. die Namen derselben bei den unterschiedlichen Distributionen anders lauten können. Das könnte man aber dadurch lösen, dass die Hersteller neben einzelnen Object-Dateien (die ja den Source-Code verstecken genauso wie die Hersteller es wollen) noch ein configure und ein makefile mitliefern und damit sich das configure um die Pfade kümmert und das makefile die Bibliotheken linkt. *Alle* Linux-Programmierer schaffen das, da werden doch wohl Hersteller wie Ubisoft, EA oder andere es schaffen?

    @bla: Unter Linux gibt es sehr wohl so etwas wie Direct X. Nennt sich OpenGL. Im Gegensatz zu Direct X ist OpenGL aber für alle Plattformen (auch für Windows) verfügbar.

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  3. OpenGL wäre nur das Equivalent zu Direct3D und das lag in den letzten Jahren immer etwas zurück. Erst mit Version 4 wird da jetzt langsam wieder Boden gut gemacht.

    Und damit einfach auf OpenGL zu setzen wäre es auch nicht getan. Letzendlich muss man dann auch Support anbieten und da gibt es an mehreren Stellen Probleme. Nicht zuletzt die schlechten Grafikkartentreiber, die vielen Soundsysteme und X.

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  4. Ich finde nicht das Blockbusterspiele sein müssen, aber schön wär es trotzdem. Ich wünsche mir mehr Spiele wie GridWarsIIund WoG (World of Goo). Also innovative Spiele die eher aus der Indi-Scene kommen (ja auch bei Spielen gibt es eine!). Auf der Developer Conference die momentan in USA stattfindet wird oder wurde ein Fond zur Förderung von Indispielen gegründet… tolle Sache!

    Liebe Grüße Das Wort

    PS: Die großen “BlockbusterSpiele” sind doch fast alle gleich, es gibt nur wenige Ausnahmen! 🙁

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  5. Das Äquivalent zu DirectX ist eher der SDL.

    Das Problem ist weniger das Linken und die Dateipfade als unterschiedliche Versionen von Hauptkomponenten wie der X-Server. Programme wie Googles Chrome Browser sind statisch gelinkt und enthalten die entsprechenden Versionen von Bibliotheken. Sie benötigen beim Endbenutzer nur noch die Hauptkomponenten wie den X-Server.

    Dynamisches Linken ist mit vielen Problemen behaftet, wie etwa inkompatible Versionen von Bibliotheken nach deren Aktualisieren.

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  6. HoN
    Savage2
    PrimalCarnage (derzeit noch in Entwicklung)
    Vendetta Online
    ET:QW
    Quake Live

    das sind so die kommerziellen die mir gerad einfallen

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  7. Warum funktionieren dann die Loki games ohne patches nicht mehr? So viel zur Kompatibilität. Es ändern sich öferts Schnittstellen unter Linux, als es bei Windows der Fall ist

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  8. Weiterer möglicher Grund: Viele Linuxbenutzer verfolgen eine Philosophie, die mit dem KAUF von Software nicht kompatibel ist…

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  9. Deswegen bezahlen sie auch freiwillig fast doppelt so viel wie Anwender von Windows oder MacOS X, wenn sie eigentlich gar nichts zahlen müssten… http://2dboy.com/2009/10/26/pay-what-you-want-birthday-sale-wrap-up/

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  10. Weil diese Spiele für Kernel 2.4 (oder noch früher? Ich hab hier nur Demos für 2.2 rumliegen) kompiliert wurden, und aktuell ist nun mal 2.6. Ist ein wenig wie wenn man Spiele für Win9x auf WinNT laufen lässt: Es geht (dank Compat-Umgebung, sind im Endeffekt auch nur Patches und Spoofing), aber es nicht gut…

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  11. Linuxbenutzer verfolgen keine solche Philosophie. Im Gegenteil: Die würden für ordentliche Spieler sogar mehr bezahlen, wenn Sie diese unter Linux benutzen könnten. Aber der marktanteil ist einfach zu klein und die schon genannten Grafikkartentreiber und die vielen Soundsysteme sind ein manko. Da stimmt das preis/leistungs-verhältnis für spieleentwickler nicht. man verdient schließlich auch ohne linux

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