Breitenschach

Beim regelmäßigen Schachspiel in größerem Kreis entstand im Laufe der letzten Jahre eine Schachvariante, die wir Breitenschach getauft haben. Dabei werden zwei vollständige Schachbretter nebeneinandergelegt und mit zwei vollständigen Figurensätzen pro Spieler bespielt. Dadurch entsteht ein Spielfeld mit der doppelten Breite und deutlich mehr Raum für ungewöhnliche Züge und neue Strategien.

Breitenschach wird mit zwei Schachbrettern gespielt

Grundsätzlich gelten die normalen Schachregeln. Ergänzt werden sie durch drei besondere Mechaniken: den Brettabwurf, die erweiterte Rochade und die Königsfusion. Hinzu kommen besondere Regeln für den Umgang mit den beiden Königen.

Das Spielfeld

Die beiden Schachbretter werden direkt nebeneinandergelegt und bilden ein zusammenhängendes Spielfeld. Die Grenze zwischen den Brettern besitzt für die Figuren keine besondere Bedeutung.

Alle Figuren bewegen sich nach ihren normalen Regeln über das gesamte Spielfeld. Ein Turm kann somit vom einen auf das andere Brett ziehen, während ein Läufer seine Diagonale über die Brettgrenze hinweg fortsetzen kann. Gleiches gilt für Dame, König und Springer.

Brettabwurf

Sobald sich auf einem der beiden Bretter keine Figur eines Spielers mehr befindet, kommt es zum Brettabwurf. Dabei spielt es keine Rolle, ob und wie viele Figuren des Gegners sich noch auf diesem Brett befinden.

Das betreffende Brett wird aus dem Spiel entfernt. Alle darauf verbliebenen Figuren verschwinden ebenfalls aus der Partie. Dies gilt auch für Könige. Verliert ein Spieler dadurch einen seiner beiden Könige, spielt er mit dem verbliebenen König weiter. Verliert ein Spieler durch den Brettabwurf beide Könige, hat er die Partie verloren.

Erweiterte Rochade

Die Rochade funktioniert im Breitenschach nach demselben Grundprinzip wie im klassischen Schach, allerdings über eine beliebige Entfernung.

Jeder König kann mit jedem eigenen Turm rochieren, sofern beide Figuren zuvor noch nicht gezogen wurden. Bei der Rochade zieht der König in Richtung des gewählten Turms und bleibt auf dem letzten freien Feld vor diesem stehen. Anschließend zieht der Turm über den König hinweg auf das direkt angrenzende Feld auf der anderen Seite des Königs. König und Turm stehen danach direkt nebeneinander.

Alle Felder zwischen König und Turm müssen vor der Rochade frei sein. Außerdem darf der König zu Beginn der Rochade nicht im Schach stehen und während seines gesamten Weges kein bedrohtes Feld betreten oder überqueren. Auch sein Zielfeld darf nicht bedroht sein.

Königsfusion

Abweichend von den normalen Zugregeln darf ein König auf das Feld des anderen eigenen Königs ziehen. Geschieht dies, kommt es zur Königsfusion und beide Figuren werden zu einem einzigen fusionierten König.

Dieser kann sich wie ein normaler König in jede Richtung bewegen, allerdings bis zu drei Felder weit. Dabei darf er keine anderen Figuren überspringen.

Keines der Felder, über die sich der fusionierte König während seines Zuges bewegt, darf durch eine gegnerische Figur bedroht sein. Dies gilt sowohl für sein Zielfeld als auch für alle dazwischenliegenden Felder.

Schachmatt

Obwohl jeder Spieler zu Beginn über zwei Könige verfügt, müssen beide geschützt werden. Wird einer der beiden Könige ins Schach gesetzt, muss dieses Schach wie im klassischen Schach unmittelbar abgewehrt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der zweite König bedroht ist oder nicht.

Es reicht aus, einen der beiden Könige schachmatt zu setzen, um die Partie zu gewinnen. Ein noch frei beweglicher zweiter König verhindert das Schachmatt nicht.

Nach einer Königsfusion gibt es nur noch einen König, dessen Schachmatt die Partie beendet.

Weiteres

Abgesehen von den beschriebenen Besonderheiten gelten die Regeln des klassischen Schachs. Die Figuren behalten ihre normalen Bewegungsmöglichkeiten, gegnerische Figuren werden regulär geschlagen und ein König darf nicht auf ein bedrohtes Feld ziehen.

Durch die doppelte Breite entstehen Situationen, die im klassischen Schach nicht vorkommen. Läufer, Türme und Damen können über enorme Entfernungen wirken, Figuren zwischen beiden Brettern wechseln und eine Partie kann sich durch einen Brettabwurf schlagartig auf die Hälfte des ursprünglichen Spielfeldes verkleinern.

Breitenschach bleibt damit im Kern Schach, ist aber breiter, unberechenbarer und bietet strategische Möglichkeiten, die auf einem normalen Schachbrett schlicht nicht existieren.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.