Thymeleaf ohne Servlet in Standalone-Anwendungen nutzen

Thymeleaf ist eine Template Engine, welche für die Nutzung mittels Java (oder anderer JVM-Sprachen) gedacht ist. Über diese können entsprechende Templates geschrieben werden, anschließend gefüllt und genutzt werden. Thymeleaf verfügt über eine Dokumentation, allerdings fehlt mir dort ein minimales Beispiel für Anwendungen, welche sich nicht im Web (sogenannte non-web environments) abspielen.

thymeleaf.org

Für ein minimales Beispiel wird natürlich ein Template benötigt. Dieses wird hier als HTML definiert:

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
    <title th:text="${title}"></title>
</head>
<body>
</body>
</html>

Interessant ist hierbei das Feld title, welches wir mit einem Titel füllen wollen. Im Java-Quellcode sieht die Implementation wie folgt aus:

ClassLoaderTemplateResolver resolver = new ClassLoaderTemplateResolver();
resolver.setPrefix("templates/");
resolver.setTemplateMode("HTML5");
resolver.setSuffix(".html");

TemplateEngine templateEngine = new TemplateEngine();
templateEngine.setTemplateResolver(resolver);

Context context = new Context(Locale.GERMAN);
context.setVariable("title", "Ein minimales Beispiel");

final String content = templateEngine.process("header.html", context);

Im ersten Schritt wird mit dem ClassLoaderTemplateResolver ein Resolver definiert, welcher schlussendlich dafür sorgt die Templates aus den Ressourcen (im resources-Ordner) bezogen werden. Daneben wird der Template-Modus eingestellt. Neben dem Modus HTML5 unterstützt Thymeleaf wie z.B. TEXT oder JAVASCRIPT. Danach wird die Template Engine erstellt und ihr der Resolver zugewiesen. Die Variablen, welche in diesem Fall im Template genutzt werden, werden über den Context definiert und gesetzt. Anschließend wird das Ganze an die process-Methode der Template Engine übergeben. Als Ergebnis erhalten wir im String content folgenden Inhalt:

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
    <title">Ein minimales Beispiel</title>
</head>
<body>
</body>
</html>

Damit wurde Thymeleaf in einer minimalen Variante angewendet. Die offizielle Seite der Template Engine ist unter thymeleaf.org zu finden. Lizenziert ist Thymeleaf unter der Apache License in der Version 2.0 und damit freie Software.

Java und die Speicherung von Unicode

Der Datentyp char ist unter Java 16 Bit, also zwei Byte groß. Laut dem Buch Java ist auch eine Insel, werden die Daten in 16-Bit-Unicode gespeichert. Doch was genau bedeutet das und ist das eine korrekte Aussage? Die grundlegende Aussage, dass ein char unter Java ein 16-Bit-Unicode Zeichen ist, stimmt. Wobei mittlerweile wird das ganze so betrachtet, dass ein char unter Java eine Unicode code unit repräsentiert. Echte Unicode-Zeichen benötigen mittlerweile bis zu 21 Bit und werden üblicherweise als 32 Bit gespeichert, was einer UCS-4 Kodierung entspricht.

Mit Unicode können nicht nur lateinische Buchstaben abgebildet werden

Mit Unicode können nicht nur lateinische Buchstaben abgebildet werden

Das bedeutet, dass in einem char nur Unicode-Zeichen gespeichert werden können, die in 16 Bit abgebildet werden können. Bei einem Array vom Typ char, einem StringBuffer und einem String sieht die Sache anders aus. Hier sind die Unicode-Zeichen in UTF-16 kodiert, damit können alle Zeichen des Unicode-Satzes kodiert werden. Das führt aber auch zu Problemen, so gibt die Methode length() einer String-Instanz die Anzahl der Unicode code units zurück, was gleichbedeutend ist mit der Anzahl Byte multipliziert mit zwei ergibt. Es bedeutet das die Methode nicht zwingend die Anzahl der Buchstaben zurück gibt, da manche Buchstaben mit zwei Unicode code units kodiert werden.