Kindle Paperwhite einem Jailbreak unterziehen

Der Kindle Paperwhite kann einem Jailbreak unterzogen werden. Das bedeutet das man auf dem Gerät volle “root”-Rechte hat und somit schalten und walten kann wie man möchte. Im Gegensatz zu anderen Geräten wie solche mit iOS oder Android ist der Jailbreak bei einem Kindle eine sehr einfache Angelegenheit. Im ersten Schritt sollte man nachschauen welche Firmwareversion auf dem Gerät vorhanden ist (die aktuelle Version ist 5.3.6). Diese Informationen erreicht man durch einen Druck auf die Menütaste -> Einstellungen -> Menütaste -> Geräteinfo. Der aktuelle Jailbreak arbeitet dabei nicht mit den Versionen 5.3.3 und 5.3.6 zusammen.

Versionen welche unterstützt werden, sind 5.2.0, 5.3.0, 5.3.1, 5.3.4, und 5.3.5. Allerdings ist es trotz einer inkompatiblen Version möglich einen Jailbreak durchzuführen. Dazu muss der Kindle einem Downgrade unterzogen werden. Dazu lädt man sich eine kompatible Version herunter. Diese packt man per USB-Kabel auf den Kindle und installiert sie mittels Menütaste -> Einstellungen -> Kindle aktualisieren. Nach dem Jailbreak kann der Kindle dann wieder auf die aktuelle Version aktualisiert werden.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=10n4BJlt4DE

Für den Jailbreak selbst benötigt man diese Zip-Datei (Original). Diese Datei entpackt man und kopiert die Dateien “jailbreak.sh” und “MOBI8_DEBUG” auf den Kindle. Das neu erscheinende Dokument wird geöffnet und schon wird der Kindle einem Jailbreak unterzogen. Ein Neustart des Kindles ist empfehlenswert, damit die Entwicklerzertifikate erkannt werden.

Wenn man nun ein Update durchführt, müssen die Entwicklerzertifikate und das “Rescue Pack” neu installiert werden. Der Jailbreak selbst sollte nach dem Update erhalten bleiben. Möchte man den Jailbreak wieder rückgängig machen, so geht in den Einstellungen über den Menüpunkt “Gerät zurücksetzen”. Danach sollte das offizielle 5.3.1 Update installiert werden.

Im Endeffekt stellt sich die Frage ob und wozu man einen Jailbreak auf diesem Gerät benötigt. Den angebotenen Paketen fehlt das Killerfeature für welches sich ein solches Jailbreak lohnen würde. Zum Lesen eignet sich der Kindle auch hervorragend ohne Jailbreak.

Push to Kindle

Wenn man Webseiten bzw. Artikel direkt vom Browser auf seinen Kindle übertragen möchte, kann man die entsprechende Lösung namens “Send to Kindle” benutzen. Leider ist das Firefox-AddOn suboptimal, so funktioniert es unter anderem nicht mehr unter Mac OS X.

Der Sendedialog der Erweiterung "Push to Kindle"

Der Sendedialog der Erweiterung “Push to Kindle”

Eine Alternative hierzu ist die Erweiterung “Push to Kindle” welches von Five Filters entwickelt wird. Das AddOn analysiert dabei die Webseite, so das nur der Artikeltext an den Kindle geschickt wird. Dinge wie Menüs und Sidebars werden vom AddOn entfernt. Heruntergeladen und installiert werden kann die Erweiterung über die AddOn-Seite von Mozilla. Das AddOn benötigt dabei keinen Neustart und kann somit sofort genutzt werden.

Kindle Uploader

Der Kindle als eBook Reader macht vieles richtig. Nur beim Übertragen von eigenen Dokumenten wird es schwierig. Es gibt zwar die Möglichkeit Dokumente per Mail oder USB auf den Kindle zu bringen, allerdings wird das in manchen Fällen etwas umständlich.

Der Kindle Paperwhite im ausgeschalteten Zustand

Der Kindle Paperwhite im ausgeschalteten Zustand

So bietet Amazon eine Konvertierung von PDFs in ein auf dem Kindle lesbares Format an. Um das ganze zu vereinfachen, habe ich eine kleine Anwendung namens “Kindle Uploader” geschrieben. Nach der Konfiguration kann man ganze Ordner oder auch einzelne Dateien an seinen Kindle senden. Mit Hilfe der Option “-convert” ist es möglich die Konvertierung in das AZW Format (für bessere Lesbarkeit) anzustoßen:

kindleuploader.exe -convert test.pdf folder test.txt

Die Anwendung ist dabei freie Software unter der GPLv3 und kann auf GitHub “besichtigt” werden. Alternativ kann das ganze als ausführbare Datei heruntergeladen werden.

Ich will doch nur lesen

Ich habe hier auf dem Tisch ein Sachbuch zu liegen, Preis 19.99 Euro. Leider hat das Buch auf Grund seiner Größe einige kleinere Probleme: es eignet sich nicht für die Badewanne respektive für Unterwegs.

Aber dafür wurden ja eBooks erfunden. Also schaute ich erst einmal ob man das Buch auch als PDF bekommt, dann hätte ich es nochmals gekauft. Der Wille war da, nur gibt es auch dieses Buch, wie so viele nicht als eBook.

Wo ein Wille ist, da ist ein Weg sollte man denken. Aber dem ist nicht so.

Das zweite Problem an eBooks ist der unverschämt hohe Preis. Wenn das Hardcover 20 Euro kostet kann man davon ausgehen das die elektronische Variante mindestens 17 Euro kostet. Nun ist es bei eBooks nun mal so das die Produktionskosten pro Buch gegen 0 tendieren. Warum also nicht eBooks für 0,99 Euro oder 4,99 Euro?

Ein weiteres Problem das von den Verlagen mal angegangen werden sollte ist die gratis Beigabe der elektronischen Version eines Buches welches ich im Laden kaufe. Wenn ich schon das “echte” Buche kaufe dann sollte eine elektronische Version drin sein.

Schöne neue Welt…