Konsolen-Emulator für Windows

Eine ordentliche Konsole unter Windows ist so eine Sache. Die meisten professionellen Nutzer sind mit den bestehenden Konsolen unter Windows nicht zufrieden, auch wenn die PowerShell ein wenig Besserung brachte und Microsoft mit dem Windows Terminal aktuell einen neuen Anlauf startet.

Windows Terminal (Preview)
Preis: Kostenlos

Eine weitere Variante ist der Konsolen-Emulator Cmder. Dieser liefert Lösung für eine gut integriertes Terminal. Im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen ist Cmder portabel, kann also von Rechner nur Rechner mitgenommen und genutzt werden, ohne Spuren zu hinterlassen. Technisch basiert Cmder auf ConEmu und wurde durch ein Theme und die Clink-Erweiterungen verfeinert.

Cmder

Verfügbar ist Cmder für Windows und kann über die offizielle Seite des Projektes, unter cmder.net bezogen werden. Der Quelltext ist auf GitHub zu finden. Er ist unter der MIT License lizenziert und somit freie Software.

GameBoy-Adventures einfach entwickeln

Heute ist das dreißigjährige Jubiläum des GameBoy. Da wird der eine oder andere sicherlich nostalgisch an die gute alte Zeit zurückdenken. Nun kann auf dem GameBoy nicht nur gespielt werden was die Hersteller damals veröffentlichten, sondern auch eigene Entwicklungen für den GameBoy erstellt werden.

Das GB Studio unter macOS

Den meisten dürfte dies allerdings zu kompliziert sein. Schließlich ist der GameBoy aufgrund seiner begrenzten Ressourcen keine sonderlich einfache Umgebung. Mit dem GB Studio soll die Entwicklung trotzdem einfach möglich sein. Mithilfe des GB Studios ist es möglich grafische Adventure schnell und unkompliziert im Stil eines Game Makers zu erzeugen. Als Export-Formate werden ROMs und ein Web-Export unterstützt.

Das Spiele-ROM läuft im Emulator

Lizenziert ist GB Studio unter der MIT Lizenz. Da es auf Electron aufbaut, existieren Versionen für macOS, Linux und Windows. Der Quelltext des Projektes ist auf GitHub gehostet. Er ist unter der MIT-Lizenz lizenziert und damit freie Software. Die offizielle Seite des Projektes, auf der unter anderem die Dokumentation zu finden ist, ist unter gbstudio.dev zu finden.

Emulatoren in JavaScript

In JavaScript wurde eine unglaubliche Zahl an Anwendungen geschrieben. Von den einfachen Anwendungen der Frühzeit zu den mittlerweile komplexen Anwendungen der Neuzeit. So ist es zum Beispiel möglich das Nintendo Entertaiment System, zu dem in einem wissenschaftlichen Paper folgendes steht:

1 Introduction

The Nintendo Entertainment System is probably the best video game console, citation not needed.

zu emulieren. Im Browser läuft das Ganze dann mit einer Framerate von 60 frames per second und lässt sich flüssig spielen:

Der NES-Emulator CycloaJS

Neben diesem Emulator gibt es eine Unzahl an weiteren Emulatoren für die unterschiedlichsten Systemen angefangen bei Konsolen wie dem SNES, dem GameBoy über alte DDR-Computer wie den KC85 bis hin zu älteren Großrechnern wie der PDP-11. Eine Sammlung dieser in JavaScript geschriebenen Emulatoren ist auf in dem GitHub-Repository jsemu zu finden.

PlayStation Portable 1000 jailbreaken

Die PlayStation Portable ist ein zwischen 2004 und 2014 hergestellter Handheld von Sony. Auch heute kann sich die Anschaffung einer PSP noch lohnen. Dank Homebrew eignet sich die PSP als perfektes Gerät zur Emulation alter Konsolen. Dazu muss allerdings erst ein Jailbreak vorgenommen werden. Durch diesen wird es möglich eigene Software auf der PSP auszuführen. Dazu muss eine sogenannte Custom Firmware kurz CFW (im Gegensatz zur Official Firmware kurz OFW) auf der PlayStation Portable aufgespielt werden. Je nach Modell unterscheidet sich das Prozedere ein wenig. In diesem Artikel soll es nur um die erste Generation der PSP, die PSP 1000 bzw. die PSP 1004 in Europa gehen.

Eine PSP der ersten Generation

Im ersten Schritt sollte die Firmware der PlayStation Portable auf die aktuelle Version 6.61 gebracht werden. Dazu kann das passende Image von der offiziellen Seite bei Sony heruntergeladen werden. Der Download des Firmware-Updates erfolgt in Form einer EBOOT.PBP-Datei. Diese Datei muss auf dem Memory Stick der PSP abgelegt werden. Dazu wird diese per USB mit dem Computer verbunden. Dadurch wird der Memory Stick als USB-Laufwerk eingebunden. Die Datei wird nun im Ordner:

PSP/GAME/UPDATE/

abgelegt. Der Ordner UPDATE muss dabei meist noch erstellt werden. Anschließend wird das USB-Gerät ausgeworfen und im XMB-Menü der PSP der Memory Stick ausgewählt. Dort findet sich nun das Update, welches gestartet werden sollte. Nachdem die Firmware aktualisiert wurde, kann im zweiten Schritt die Custom Firmware aufgespielt werden.

Die Aktualisierung der Firmware wird über das Menü gestartet

Im nächsten Schritt muss die PRO-C-Firmware heruntergeladen werden und ebenfalls im GAME-Ordner des Memory Stick hinterlegt werden. Dabei handelt es sich um folgende Ordner:

CIPL_Flasher	
FastRecovery	
PROUPDATE

welche ebenfalls in den GAME-Ordner kopiert werden müssen. Die für das Gerät passende Firmware kann über den PlayStationGuide bezogen werden. Nachdem die Dateien auf den Memory Stick kopiert wurden, wird im ersten Schritt die PRO-C-Firmware installiert.

Mit dem CPIL Flasher wird die Änderung der Firmware permanent gemacht

Anschließend muss die Änderung mittels des CPIL Flashers permanent hinterlegt werden. Ansonsten müsste die Firmware jedes mal nach dem Start mittels der FastRecovery-Anwendung geladen werden. Dies ist z.B. bei den neuen Versionen der PSP 2000 und der 3000er Serie der Fall. Dort ist keine permanente Installation einer Custom Firmware möglich. Nachdem die Firmware nun installiert wurde können die Firmware-Dateien komplett aus dem GAME-Verzeichnis entfernt und Homebrew-Anwendungen im GAME-Verzeichnis hinterlegt werden. Informationen rund um Homebrew auf der PSP finden sich im entsprechenden Wikibook.

bsnes; neu aufgelegt

Im Oktober 2004 erblickte der Emulator bsnes das Licht der Welt. Im Gegensatz zu anderen Emulatoren für das Super Nintendo Entertainment System hatte bsnes einen Vorteil: er emulierte die Spiele akkurat. Erreicht wurde dies dadurch das der Emulator das SNES ohne irgendwelche Hacks und Abkürzungen emulierte. Stattdessen wurden die einzelnen Chips, wie der SPC 700 oder der Super FX Chip, taktgenau emuliert. Das wiederum wirkte sich auf die Systemvorraumsetzungen aus, so das bsnes entsprechend CPU lastig war. Dieser Aufwand bei der Emulation führte dazu das bsnes der einzige SNES-Emulator war, welcher alle kommerziell erhältlichen Spiele des SNES fehlerfrei emulieren konnte.

Die aktuelle Version des Emulators bsnes

Im Laufe der Jahre wurde aus bsnes der Emulator higan. Dieser emulierte nicht nur das SNES, sondern auch andere Systeme wie das Nintendo Entertainment System, die Game Boy-Familie und das Sega Master System. In der Community kamen Versionen wie bsnes-classic auf, welche versuchten die ursprüngliche Version weiterzuentwickeln. Mitte Mai verkündete byuu die Wiederaufnahme des bsnes-Projektes.

Neben der Auskopplung als Standalone SNES Emulator, welcher den Kern von higan nutzt, soll das ganze aufgrund eines auf mehrere Thread aufgeteilten Rendering entsprechend performant aber auch akkurat emuliert werden. Im Gegensatz zum ursprünglichen bsnes, soll ein verstärkter Fokus auf eine einfache Handhabung gelegt werden. Dies umfasst unter anderem das direkte Laden von ROMs, das automatische Mapping von Gamepads und die Unterstützung für Soft-Patching. Kurz zusammengefasst hat es byuu in der entsprechenden Ankündigung:

The goal is to provide all of the recent higan SNES emulation improvements and the SNES preservation project work to a wider audience.

Bezogen werden kann die aktuelle Version von bsnes über die Projektseite. Aktuell stehen nur Binaries für Windows zur Verfügung; Linux und macOS sollten allerdings folgen. Der dazugehörige Quellcode (bzw. der von higan) befindet sich auf GitLab und ist unter der GPL in Version 3 lizenziert. Damit ist higan und das wieder aufgelegte bsnes freie Software.