SFP-VDSL-Modem auf einem MikroTik-Router einrichten

Reine VDSL-Modems sind eine aussterbende Art. Trotzdem gibt es noch hier und da entsprechende Modems, unter anderem im SFP-Standard. Diese SFP können genutzt werden z.B. einen MikroTik-Router mit einer entsprechenden Funktionalität nachzurüsten. In diesem Fall sollte es die Möglichkeit sein VDSL über das Interface sfp1 zu nutzen. Die erhältlichen SFP-Module für VDSL sind meist baugleich mit dem VersaTec VX-160CE VDSL2-SFP.

Ein VDSL Modem als SFP

Nachdem das Modul im MikroTik-Router installiert wurde, ist das Interface sfp1 aktiv. Die Auto Negotiation muss für das Modul deaktiviert werden. Andernfalls schlägt später die Neuverbindung nach einem Neustart fehl, da das Modul nicht mehr erkannt wird.

Die Auto Negotiation muss für das Modul deaktiviert werden

Eingestellt wird das Modul hierbei auf 1Gbps bei Full Duplex. Im nächsten Schritt muss ein VLAN für die Schnittstelle angelegt werden. Hintergrund ist, das erwartet wird das die Daten sich im VLAN mit einer bestimmten ID befinden. Bei der Deutschen Telekom ist dies die 7, bei anderen Anbietern kann dies teilweise abweichen. So z.B. bei 1&1; dort wird je nach genutzter Infrastruktur die 7 oder die 8 genutzt.

Das VLAN-Interface

Beim anzulegenden VLAN-Interface ist darauf zu achten, das kein Service-Tag gesetzt wird. Nachdem das Interface sfp1 und das entsprechende VLAN-Interface konfiguriert sind, kann im nächsten Schritt die PPPoE-Verbindung eingerichtet werden. Dazu wird unter PPP ein neues PPPoE-Interface eingerichtet. Das zu nutzende Interface für das PPPoE-Interface ist hierbei das VLAN-Interface, im Beispiel sfp1-v7.

Das PPPoE Interface

Im Tab Dail Out müssen die Zugangsdaten von Internetanbieter eingetragen werden. Im Falle einiger Anbieter wie z.B. 1&1 kann es notwendig sein vor dem eigentlichen Nutzernamen ein H zu setzen, da dieser sonst nicht akzeptiert wird und der Authentifizierungsvorgang fehlschlägt. Damit ist das SFP-Modul eingerichtet und die Verbindung kann genutzt werden. Je nach genutztem Modell aus der MikroTik-Palette kann es sein, das nicht die volle Bandbreite genutzt werden kann. Das Problem ist in diesen Fällen meist die CPU-Auslastung durch die PPPoE-Verbindung da diese komplett durch die CPU verarbeitet werden muss. In einem solchen Fall kann zu den Cloud Core.Routern von MikroTik gegriffen werden.

Nachdem die Verbindung hergestellt war, stellte ich im Laufe eines längeren Testes allerdings fest, dass der PPPoE-Link in regelmäßigen Abständen nach 30 – 80 Minuten zusammenbrach und somit leider kein stabiles Internet lieferte. Vermutlich handelt es sich um ein Problem des SFP-Moduls im Zusammenhang mit dem DSLAM.

Stadia – Game Streaming: Next Generation?

Stadia; der Name des zukünftigen Game Streaming Dienstes von Google. Im Grunde soll der Dienst so funktionieren, dass die Spiele auf den Servern von Google laufen und das entsprechende Bild auf den heimischen Bildschirm des Nutzers gestreamt wird. Die Eingaben des Nutzers werden wieder zu Google übertragen, verarbeitet und anschließend landet das neue Bild wieder beim Nutzer.

Neben Stadia existieren andere Dienste für das Game Streaming, welche teilweise bereits genutzt werden können. Zu diesen Diensten zählen unter anderem GeForce Now, Shadow und PlayStation Now. Auch Microsoft will in Zukunft einen Dienst namens xCloud für das Game Streaming anbieten.

Aus Sicht der Spieler wäre ein funktionierender Spielstreaming-Dienst natürlich eine interessante Sache. Immerhin müsste der Spieler sich nicht ständig neue Hardware für neue Spiele kaufen, sondern könnte die Spiele stets in voller Pracht genießen. Auch verspricht Stadia, dass das Spielen von überall möglich sein soll.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Pwb6d2wK3Qw&feature=youtu.be

Die Frage ist natürlich, ob ein solcher Dienst funktionieren kann? Latenzen und Bandbreite können dem Spieler einen Strich durch die Rechnung machen. Bei entsprechenden Demonstrationen, wurde von den Testern davon gesprochen, dass die Latenz sich im Rahmen hielt, während das Bild und Audio noch aggressiv komprimiert wirkten. Google verspricht, dass eine Bandbreite von 10 MBit/s ausreicht und geht von einer optimalen Bandbreite von 40 MBit/s aus.

Google bietet zwei unterschiedliche Dienste an: Stadia Base und Stadia Pro. Stadia Base liefert Full-HD, 60 FPS und Stereo Sound. Bei Stadia Pro wird 4K-Auflösung und 5.1 Surround-Sound geboten. Daneben gibt es bei der Pro-Variante kostenlose und exklusive Spiele dazu. Stadia Pro soll 10 € pro Monat kosten; während Stadia Base kostenlos ist. Spiele müssen über den Dienst gekauft werden. Während Stadia Pro für die Vorbesteller der Founders- und Premiere-Edition ab Mitte bis Ende November bereitstehen wird, gibt es Stadia Base ab 2020 für alle Interessenten.

Vor einigen Tagen hat Google die Starttitel von Stadia bekannt gegeben. Diese sind Assassin’s Creed Odyssey, Destiny 2: The Collection, Gylt, Just Dance 2020, Kine, Mortal Kombat 11, Red Dead Redemption 2, Thumper, Tomb Raider: Definitive Edition, Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider: Definitive Edition und Samurai Showdown.

Bei den Titeln handelt es sich nicht um die Windows-Versionen, sondern um speziell für Stadia portierte Titel. Stadia begreift sich hierbei als eigene Plattform. Unter der Haube wird wahrscheinlich eine spezielle Linux-Distribution genutzt. Für das nächste Jahr sind weitere Spiele angekündigt, unter anderem Cyberpunk 2077 und Final Fantasy XV.

Ohne Einladungscode ist die App im Moment sinnlos

Mittlerweile wurden Apps für iOS und Android veröffentlicht, welche allerdings ohne einen entsprechenden Einladungscode noch nutzlos sind.

‎Google Stadia
Preis: Kostenlos
Stadia
Preis: Kostenlos

Um die Latenz in den Griff zu bekommen, wendet Google einige Tricks an. So sendet der Controller seine Eingaben direkt über das WLAN an Google, so das hier keine weitere Zwischenstation benötigt wird. Wenn der Dienst hält, was er verspricht, wird er für viele Spieler sicherlich eine Alternative darstellen. Google geht von einer enormen Anzahl an Spielern aus. So sagte Google das sie weit über 200 Millionen Spieler anstreben, ansonsten wäre Stadia wohl kein Erfolg. Dank der über die Welt verteilten Rechenzentren, kann Stadia etwas näher am Spieler sein als andere Streaming-Dienste. Bezogen werden kann Stadia über die Seite des Google Shops. Für Entwickler steht die Webseite stadia.dev zur Verfügung.