Joplin mit Nextcloud-Unterstützung erschienen

Seit einigen Stunden ist die Version 0.10.51 der freien Evernote-Alternative Joplin erschienen. Die große Neuerung dieser Version ist die Unterstützung der Synchronisation zu Nextcloud. Dazu muss die WebDAV-URL der jeweiligen Nextcloud-Instanz eingetragen werden. Die URL entspricht dem Schema:

https://example.com/remote.php/webdav/Joplin

Nach dem webdav/ wird der Ordner spezifiziert. Anschließend kann die Synchronisation gestartet werden.

Die Einstellungen unter Windows

Das Feature selbst ist zur Zeit noch als Beta gekennzeichnet, läuft aber nach Aussage des Entwicklers bereits stabil. Das Update für die iOS wird demnächst nachgereicht. Heruntergeladen werden können die Versionen für Linux, macOS, Windows und Android über die offizielle Seite des Projektes. Auf dieser finden sich auch weiterführende Informationen zur Synchronisierung über Nextcloud.

Gutenberg; ungeeignet zum Schreiben?

Der neue Editor für WordPress wird Gutenberg heißen. Für Blogger die einen Text schreiben möchten und eventuell noch ein Bild einfügen möchten ist er, aus meiner Sicht gesehen, unbrauchbar.

Der Gutenberg-Editor in seiner aktuellen Plugin-Version

Veröffentlicht werden soll Gutenberg offiziell mit WordPress 5.0. Diese Version wird zirka April 2018 erscheinen. Zur Zeit kann der Editor als Plugin installiert und getestet werden.

Gutenberg
Preis: Kostenlos

Während Markdown seinen Siegeszug angetreten hat und dafür sorgt das wir ablenkungsfrei schreiben können, baut Automatic einen Editor der den Pagebuildern aller Wix und Konsorten entgegen kommt. Alles in Gutenberg ist ein Block. Es gibt Textblöcke, Bildblöcke, Videoblöcke, Listenblöcke und so weiter. Für denjenigen der täglich versucht ablenkungsfrei Text zu produzieren, ist das Ding in seiner jetzigen Form unbrauchbar. Ich möchte keine Blöcke und hunderte Möglichkeiten meine Seite zu gestalten, ich möchte ein großes weißes Blatt Papier und dieses mit meinem Text füllen. Man vernichtet mit Gutenberg praktisch die Trennung zwischen Design und Inhalt.

Ja WordPress ist mittlerweile ein vollwertiges CMS. Aber die Entwickler sollten die Ursprünge als Werkzeug für Blogger und Autoren nicht vergessen. Wenn man sich denn Quelltext der Blöcke anschaut, wird einem als Markdown-Fan leicht übel:

<!-- wp:core/paragraph -->
<p>Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, ...</p>
<!-- /wp:core/paragraph -->

<!-- wp:core/video -->
<figure class="wp-block-video"><video controls="" src="https://www.youtube.com/watch?v=Xcxtno1bdg0"></video>
<figcaption>Testvideo</figcaption>
</figure>
<!-- /wp:core/video -->

<!-- wp:core/paragraph -->
<p>Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, ...<br/></p>
<!-- /wp:core/paragraph -->

<!-- wp:core/list -->
<ul>
<li>Lorem </li>
<li>Ipsum</li>
<li>sit </li>
<li>dolor </li>
<li>amet</li>
</ul>
<!-- /wp:core/list -->

Die Bewertungen des Gutenberg-Plugins reichen von Begeisterung bis hin zu strikter Ablehnung. Ich kann durchaus beide Seiten verstehen. Auf der einen Seite ist es ein einfacher und visueller Editor mit welchem die Textentwürfe umgesetzt werden können. Natürlich kann man nun schöne Beiträge bauen. Das ist allerdings aus meiner Sicht ein Problem. Viele Autoren und Blogger möchten keine Beiträge bauen, sondern Texte schreiben. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Satz für Satz. Stattdessen darf ich mich bei Gutenberg mit den Blöcken herumschlagen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass es, wie schon jetzt, eine Möglichkeit geben wird direkt einen Text zu schreiben. Interessant zu der Thematik ist eine entsprechende Diskussion auf der Review-Seite. In der FAQ wird eine solche Möglichkeit angesprochen:

We are looking at ways to make Gutenberg configurable for many use cases, including disabling different aspects (like blocks, panels, etc.). There is also be a “Classic” block, which is virtually the same as the current editor, except in block form. There’s also likely to be a very popular plugin in the repository to replace Gutenberg with the classic editor.

Auch den klassischen Editor, gibt es mittlerweile in Form eines Plugins:

Classic Editor
Preis: Kostenlos

Es wird spannend zu sehen in welche Richtung Automattic mit seinem Page-Builder-Ansatz steuert und wie die Community darauf reagieren wird. Wie man den Bewertungen des Gutenberg-Editors entnehmen kann, ist sie im Moment gespalten.

Schach im Browser genießen

Vor knapp zwei Jahren stelle ich eine freie Implementierung des Schachspiels für den Browser vor. Neben dieser 2D-Variante existieren auch wunderschöne 3D-Varianten. Eine Implementation dieser Varianten hört auf den Namen Chess3D. Die Darstellung der 3D-Szene erfolgt dort per WebGL. Neben einigen hilfreichen Funktionen wie einer Undo-Funktionalität können Spiele im PGN-Format gespeichert und wieder geladen werden.

Chess3D im Browser

Mit Chess3D können Schachspiele gegen den Computer bestritten werden. Für den Gegner wird auf Garbochess-JS von Gary Linscott zurückgegriffen. Der Quelltext von Chess3D ist auf GitHub zu finden. Er ist unter der GPL3 lizenziert und damit freie Software.

Markdown-Editor für Integration in eigene Webprojekte

Für ein kleines Webprojekt war ich auf der Suche nach einem Markdown-Editor. Fündig geworden bin ich bei SimpleMDE. Technisch gesehen setzt SimpleMDE auf dem bestehenden Editor CodeMirror auf und erweitert diesen um Markdown-Funktionalitäten, Geschrieben ist der Editor in JavaScript und bietet eine Reihe von Features. Dies fängt an bei der Unterstützung der gewöhnlichen Formatierungen (z.B. Fett und Kursiv) an und geht weiter über Listen und Bildunterstützung. Daneben beherrscht SimpleMDE Autosaving, so das Änderungen auf Wunsch automatisch gesichert werden.

SimpleMDE in Aktion

Leider scheint die Entwicklung in den letzten Monaten etwas eingeschlafen sein. So sind derzeit 17 Pull Request offen, welche auf ihren Merge warten. Der letzte Commit, im development-Branch des Projektes, ist vom Mai 2017. Der Quelltext der Editors ist auf GitHub zu finden. Lizenziert ist der Quelltext unter der MIT-Lizenz und damit freie Software. Die offizielle Projektseite ist simplemde.com.

Piwik ist nun Matomo

Bis zum ersten April dauert es noch einige Tage, so das man davon ausgehen darf, dass der Blogeintrag des Piwik-Teams ernst gemeint ist. Piwik hört in Zukunft auf den Namen Matomo. Bei Piwik handelt es sich um eine Software zur Webanalyse, ähnlich dem bekannten Google Analytics. Begründet wird dies mit einem Zitat von Matthieu Aubry, seines Zeichen der Entwickler von Piwik:

After an epic 10 year journey creating and perfecting the best open digital analytics solution, we felt it was a good time to refresh our brand to reflect how far we have come and to reaffirm our vision: To create, as a community, the leading international open source digital analytics platform, that gives every user full control of their data.

Einer der Gründe für die Umbenennung ist im Namens- bzw. Markenrecht zu sehen. Dafür wurde ein kurzer, leicht zu merkender Name gesucht und am Ende kam Matomo heraus. Matomo bedeutet im japanischen Ehrlichkeit, was nicht unbedingt die schlechteste Bedeutung für das Projekt ist.

Unter anderem mit einem Mailing wurde der Namenswechsel angekündigt

Neben dem Namen soll sich, laut der veröffentlichten FAQ, nichts weiter am Projekt ändern. Matomo wird weiterhin freie Software bleiben. Die neue Heimat des Projektes ist unter matomo.org zu finden. Ebenfalls umgezogen sind die GitHub-Repositories, der Twitter-Account und einige andere Social Media Accounts.