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Es gibt Orga­ni­sa­tion die mag der Deut­sche nicht. Beson­ders unbe­liebt sind dabei:

Weni­ger bekannt sind sicher­lich fol­gende Organisationen:

Wobei sich mir prin­zi­pi­ell die Frage stellt warum diese Orga­ni­sa­tio­nen so unbe­liebt sind. Aber ver­su­chen wir ein­fach mal eine Erklä­rung zu fin­den. Fan­gen wir mit der GEMA an, die sicher­lich an Unbe­liebt­heit gewon­nen hat seit dem Google diese nette „Feh­ler­mel­dung“ auf Youtube bringt. Auch die Aus­schüt­tungs­quo­ten für außer­or­dent­li­che Mit­glie­der las­sen wohl zu wün­schen übrig. Die GEZ ist sicher­lich wegen ihrer Haus­be­su­che nicht all zu beliebt. Bei der SCHUFA wird es wie­der inter­es­sant, dort sind es sicher­lich Dinge wie die hohe Feh­ler­quote der Daten sowie den Miss­brauch der mit der SCHUFA betrie­ben wird, indem unbe­rech­tigte For­de­run­gen ein­ge­tra­gen werden.

Machen wir wei­ter mit den eher unbe­kann­ten Orga­ni­sa­tio­nen. Die VG Musi­ke­di­ton hat durch die Geschichte mit den Noten in Kin­der­gär­ten sicher­lich nicht mit Ruhm bekle­ckert. Bei der VG WORT hin­ge­gen wird gerne beklagt das sie zu büro­kra­tisch sei, wenn man das ganze als Autor nut­zen möchte.

Ein Web­ra­dio oder Inter­netra­dio an sich ist schon eine feine Sache. Natür­lich gibt es einige Fall­stri­cke wel­che man beach­ten muss. Bevor es an die Tech­nik, soll­ten erst ein­mal ein paar recht­li­che Dinge betrach­tet wer­den, wel­che sich in drei Stich­punkte zusam­men­fas­sen lassen:

  • Lan­des­me­di­en­an­stalt
  • GEMA
  • GVL

Die Lan­des­me­di­en­an­stalt spielt bedingt durch den Rund­funk­staats­ver­trag eine Rolle. Wer ein Inter­netra­dio betrei­ben möchte benö­tigt zwar keine Zulas­sung mehr (seit 2009), aller­dings muss das Ange­bot ange­zeigt wer­den, da sonst Straf­zah­lun­gen bis 500.000 € fol­gen kön­nen. Zur Anzei­ge­pflicht gibt es auch eine Aus­kunft der Bay­ri­schen Landesmedienanstalt:

Inter­netra­dios, die im soge­nann­ten Streaming-Verfahren ver­brei­tet wer­den und 500 und mehr Hörern tech­nisch zugäng­lich sind, sind seit dem Inkraft­re­ten des 12. Rund­fun­kän­de­rungs­staats­ver­trags am 1. Juni 2009 nicht mehr geneh­mi­gungs– son­dern nur noch anzei­ge­pflich­tig. Maß­geb­lich für eine Anzei­ge­pflicht ist die tech­ni­sche Mög­lich­keit, dass 500 und mehr Inter­net­nut­zer das Pro­gramm gleich­zei­tig hören kön­nen. Dar­auf, wie viele Hörer das Pro­gramm tat­säch­lich hören, kommt es nicht an.

Stellt man das ganze hin­ge­gen nur 499 Hörern zur Ver­fü­gung so gilt:

Inter­netra­dios, die weni­ger als 500 Hörern zur Ver­fü­gung gestellt oder die im Abruf­ver­fah­ren ver­brei­tet wer­den, sind weder geneh­mi­gungs– noch anzeigepflichtig.

Das ent­spre­chende For­mu­lar kann man sich bei sei­ner Lan­des­me­di­en­an­stalt her­un­ter­la­den. Für Mecklenburg-Vorpommern fin­det man die­ses z.B. unter http://www.medienanstalt-mv.de/service/downloads.html. Inter­es­san­ter wird bei der GEMA und der GVL. Doch zitie­ren wir dazu doch mal aus dem ent­spre­chen­den Wiki­pe­dia Arti­kel:

Im Übri­gen fal­len bei­spiels­weise in Deutsch­land Gebüh­ren für GEMA (Min­dest­ver­gü­tung 30 Euro/Monat) und GVL (Min­dest­ver­gü­tung nicht-kommerziell: 500 Euro/Jahr, kom­mer­zi­ell: 1500 Euro/Jahr) an, falls das Web­ra­dio abga­be­pflich­tige Musik spielt. Wei­tere Kos­ten ent­ste­hen durch den „Traf­fic“ (das über­tra­gene Daten­vo­lu­men): Je mehr Leute zuhö­ren, desto teu­rer wird es für den Sen­der. Klas­si­sche Rund­funk­an­stal­ten, die ihre über UKW ver­brei­te­ten Sen­dun­gen übers Inter­net zweit­ver­wer­ten („simul­cas­ten“), haben in der Regel Pau­schal­ver­träge mit ihren Streaming-Anbietern abgeschlossen.

In die­sem Fall gehen wir davon aus, das man nur nicht abga­be­pflich­tige Musik spie­len möchte. Dies könnte z.B. unter Crea­tive Com­mons lizen­zierte Musik sein. Doch hier schlägt die GEMA Ver­mu­tung zu. Dabei han­delt es sich um eine Beweis­last­um­kehr zu las­ten des Betrei­bers (oder auch eines Ver­an­stal­ters). Zitie­ren wir auch dazu aus dem ent­spre­chen­den Wiki­pe­dia Arti­kel:

Wer GEMA-freie Musik öffent­lich auf­führt oder gewerb­lich nutzt, muss, um Ansprü­chen der GEMA zu ent­ge­hen, die Ver­mu­tung wider­le­gen, dass die genutz­ten Werke GEMA-pflichtig sind. Not­wen­dig sind nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung dafür die Nen­nung von Kom­po­nist, Tex­ter, Bear­bei­ter und gege­be­nen­falls des Ver­lags, die an dem Werk betei­ligt waren[2], auch dann, wenn es sich um aus­län­di­sche Musik handelt[3].

Pro­ble­ma­tisch wird es erst im nächs­ten Satz:

Kann die Sach­lage nicht ein­deu­tig geklärt wer­den, wird davon aus­ge­gan­gen, dass die Musik nicht GEMA-frei ist, also zum GEMA-Repertoire gehört und somit ent­spre­chende GEMA-Gebühren zu ent­rich­ten sind.

Nicht umsonst bezeich­nete Mat­thias Deutsch­mann die GEMA als „gemeine Mafia“. Ohne was­ser­fes­ten Nach­weis hat man ziem­lich schnell die GEMA vor der Tür die „ihr Geld“ sehen möchte. Doch wie sieht ein sol­cher Nach­weis aus? Man benö­tigt wohl oder übel eine Liste der gespiel­ten Stü­cke mit ein paar Anga­ben pro Stück:

  • Kom­po­nist
  • Tex­ter
  • Bearbeiter/Verlag

Um mir noch­mal „rela­tive“ Gewiss­heit zu ver­schaf­fen, fragte ich dann mal bei der GEMA nach:

[…] für das abspie­len GEMA pflich­ti­ger Musik sind ja Gebüh­ren zu ent­rich­ten. Wie ver­hält sich das bei Web­ra­dios wel­che nur Crea­tive Com­mons (die ja per se nicht GEMA pflich­tig ist) lizen­zierte Musik anbie­ten und spie­len. Müs­sen hier wegen der GEMA Ver­mu­tung stän­dig Play­lists an die GEMA geschickt wer­den oder reicht dort die Pau­schal­zu­sage das man keine GEMA lizen­zierte Musik spielt?

Die Ant­wort dar­auf kam dann noch am sel­ben Tag:

Wenn Sie aus­schließ­lich Musik ver­wen­den, bei der die GEMA die Rechte nicht wahr­neh­men kann, benö­ti­gen Sie keine Lizenz von der GEMA. Die Prüf­pflicht liegt bei Ihnen. Sie müss­ten die Sen­de­rechte dann direkt beim Urhe­ber erwerben.

Dann stellt sich natür­lich die Frage wo man ent­spre­chend lizen­zierte Musik bezie­hen kann. Hier bie­tet sich z.B. der Dienst Jamendo an wel­cher unter http://www.jamendo.com/de/ zu fin­den ist.

Nach der recht­li­chen Seite stellt sich auch die Frage der tech­ni­schen Seite. Hier emp­finde ich Air­time als ange­nehme Lösung deren Instal­la­tion ich auch bereits beschrie­ben habe. In der aktu­el­len Ver­sion kann man lei­der noch nicht per Stream, live zum Ser­ver sen­den. Dies soll aller­dings schon in der nächs­ten Ver­sion nach­ge­rüs­tet werden.

Davor hatte ich Riven­dell (http://rivendellaudio.org/) aus­pro­biert, aller­dings hat diese Lösung tech­nisch wie von der Bedie­nung schon gefühlt einige Jahr­zehnte auf dem Buckel. Sche­ma­tisch könnte das ganze fer­tige Sys­tem dann in etwa so aussehen:

Als Soft­ware für den Mode­ra­tion bie­tet sich z.B. Mixxx (http://www.mixxx.org) oder die Inter­net DJ Con­sole (http://idjc.sourceforge.net) an. Damit kann man sich dann mit dem Strea­ming Ser­ver ver­bin­den, falls man Live­sen­dun­gen plant. Bei vor­pro­du­zier­tem Pro­gramm ist dies nicht nötig.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen gibt es unter:
http://www.talkunafraid.co.uk/
http://wiki.ubuntuusers.de/Icecast2
http://wiki.ubuntuusers.de/Internet_DJ_Console
http://wiki.ubuntuusers.de/Internetradio/Funktionsweise
http://www.heise.de/tp/artikel/19/19073/1.html
http://ubuntublog.ch/allgemein/ubuntu-web-radio-die-testphase
http://ubuntublog.ch/applikationen/mit-ubuntu-ein-web-radio-betreiben