seeseekey.net - Invictus Deus Ex Machina

Sogenannte Ribbons hatte Microsoft durch seine neueren Office-Versionen bekannt gemacht. Für WPF gibt es Ribbon-Unterstützung in Form des Namespaces System.Windows.Controls.Ribbon. Möchte man Ribbons allerdings in Windows Forms einsetzten, muss man Fremdkomponenten nutzen. Office Ribbon ist dabei eine solche Komponente.

Eines der Beispiel-Formulare der Bibliothek

Die Bibliothek Office Ribbon stellt Ribbon für Windows Forms zur Verfügung. Die Ribbon lassen sich im Aussehen anpassen, zur Zeit gibt es Themes welche das Aussehen von Office 2007 bis 2013 nachahmen. Lizenziert ist die Bibliothek unter der Microsoft Public License und damit freie Software. Das Projekt wird auf CodePlex gehostet und aktiv entwickelt.

Für .NET gibt es eine Menge Decompiler wie z.B. den .NET Reflector von Red Gate. Leider gab es lange keine freie Variante eines .NET Decompiler. Im Zuge der Ankündigung das der .NET Reflector künftig kostenpflichtig erhältlich ist, wurde Anfang 2011 mit dem ILSpy Projekt begonnen, dessen Ziel es ist einen vollwertigen Decompiler für .NET zu entwickeln.

ILSpy

Die in der Version 2.2 vorliegende Software ist mittlerweile stabil und für den produktiven Einsatz geeignet. ILSpy ist unter der MIT lizenziert und damit freie Software. Der Quelltext ist auf GitHub zu finden, die offizielle Seite ist unter ilspy.net zu erreichen.

Wenn man eine AVI Datei unter C# schreiben möchte, wird man feststellen das es zwar viele Wege gibt, aber keiner dieser Wege führt nach Rom. Jede vorgeschlagende Variante hat meist Abhängigkeiten, welche man nicht haben möchte. So wird bei vielen Varianten FFMPEG als DLL genutzt, bei anderen werden Windows DLLs genutzt, was dazu führt das der Quellcode nicht unabhängig von der Plattform ist. Abhilfe schafft hier die freie unter der MIT-Lizenz lizenzierte Bibliothek SharpAvi. Um eine AVI-Datei zu schreiben sind mit Hilfe der Bibliothek nur einige Zeilen Quelltext nötig:

//AviWriter anlegen
AviWriter writer=new AviWriter("test.avi");
writer.FramesPerSecond=25;

//Videostream anlegen
IAviVideoStream stream=writer.AddVideoStream();
stream.Width=1920;
stream.Height=1080;
stream.Codec=KnownFourCCs.Codecs.Uncompressed;
stream.BitsPerPixel=BitsPerPixel.Bpp24;

//Encode für Kompression anlegen
//Ohne Encoder wird die Datei unkomprimiert gepsiechert (stream.WriteFrame)
var encoder=new MotionJpegVideoEncoderWpf(stream.Width, stream.Height, 100);
var encodingStream=new EncodingVideoStreamWrapper(stream, encoder);

//Schwarzen Frame anlegen
byte[] frameData=new byte[stream.Width*stream.Height*3];

//Frames schreiben
for(int i=0;i<25; i++)
{
    encodingStream.WriteFrame(frameData, 0);
}

//Writer schließen
writer.Close();

In diesem Beispiel wird eine AVI Datei mit 25 schwarzen Frames erzeugt, was bei der angegebenen Framerate exakt einer Sekunde entspricht. Zu finden ist SharpAvi auf der offiziellen Webseite. Alternativ kann der Spiegel auf GitHub genutzt werden.

Wenn man mittels Mono eine Anwendung entwickeln möchte, so wird man dafür in den meisten Fällen MonoDevelop oder Xamarin Studio nutzen. Xamarin ist die Firma welche Mono entwickelte (über Ximian und später Novel). Allerdings ist nicht wirklich klar wo sich die beiden IDE’s voneinander unterscheiden, den bei beiden scheint es sich im Kern um MonoDevelop zu handeln.

Xamarin Studio mit geöffnetem Projekt

Wie auf der Mailingliste klargestellt wurde handelt es sich bei Xamarin Studio um eine MonoDevelop-Version welche um einige Add-Ins für iOS und Android sowie andere Funktionen erweitert wurde. Der Quelltext von MonoDevelop ist wie gehabt auf GitHub zu finden.

Möchte man eine Wave-Datei unter .NET oder Mono öffnen, so wird man feststellen das es hierfür wenige sinnvolle Möglichkeiten gibt. Viele der vorgeschlagenen Lösungen nutzen spezielle APIs, welche die Platzformunabhängigkeit zerstören. Aus diesem Grund habe ich mir wieder mal NAudio vorgenommen und aus dieser Bibliothek eine Bibliothek namens libwave.net abgeleitet.

Eine geöffnete Wave-Datei

Dank der freien Lizenz (NAudio ist unter der Ms-Pl lizenziert) stellte dies kein Problem dar. Mit der Bibliothek ist es möglich Wave-Dateien zu schreiben und zu lesen. Das Interface wurde dabei auf das notwendigste reduziert. Die Möglichkeiten werden dabei in den beiliegenden Beispielen aufgezeigt. Lauffähig ist die Bibliothek unter .NET und Mono. Zu finden ist das Projekt unter github.com/seeseekey/libwave.net.

Vor einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken einen Disassembler für Mac OS X zu programmieren. Allerdings wollte ich nicht alles neu erfinden und schaute mich deshalb nach einem passenden Framework um. Gefunden habe ich dabei Capstone.

capstone-engine.org

Dabei handelt es sich um ein freies, unter einer BSD-Lizenz lizenziertes, Framework zur Disassemblierung. Über verschiedene Bindings kann das Framework aus den unterschiedlichsten Programmiersprachen angesprochen werden. So gibt es unter anderem Bindings für C#, Java, Ruby und Python. Das Framework selbst ist dabei in C geschrieben. Capstone unterstützt dabei eine Reihe von Prozessorarchitekturen wie X86, Sparc, MIPS und ARM. Bezogen werden kann Capstone unter capstone-engine.org.

Bei EncFS handelt es sich um eine Implementierung eines Verschlüsslungssystems für bestehende Dateisysteme. Bei diesem System wird jede Datei für sich verschlüsselt und das darunter liegende Dateisystem genutzt. Neben der Originalimplementierung von EncFS gibt es auch Portierungen in andere Programmiersprachen. Mit diesen Portierungen können EncFS verschlüsselte Daten auch unter Java und .NET ausgelesen werden.

Die Javavariante von EncFS trägt dabei den Namen „encfs-java“ und ist auf GitHub zu finden. Neben dieser gibt es auch eine Variante für .NET welche in C# geschrieben ist und auf BitBucket zu finden ist. Ursprünglich handelt es sich bei „encfs-dotnet“ um eine Portierung von „encfs-java“. Mittlerweile wurde diese Implementierung aber komplett neu geschrieben. Wie bei der Originalimplementierung, handelt es sich auch bei den Portierungen um freie Software. Die Java-Portierung steht dabei unter der GPL, während die .NET Implementierung unter der LGPG steht, was deren Verwendung flexibler gestaltet.

Weitere Informationen gibt es unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/EncFS

Möchte man in einer .NET respektive Monosprache einen Anwendung schreiben welche mit der Twitter API interagiert, so sollte man hierfür eine Bibliothek nutzen um den Aufwand in Grenzen zu halten.

tweetinvi.codeplex.com

Eine empfehlenswerte Biblitothek in diesem Bereich ist dabei Tweetinvi welche auf CodePlex zu finden ist. Tweetinvi ist dabei unter der Microsoft Public License lizensiert und somit freie Software. Die Bibliothek ist dabei problemlos in der Lage mehrere Millionen Tweets zu verarbeiten und befindet sich in aktiver Entwicklung. Ein einfaches Beispiel um einen Tweet abzusetzen könnte dabei so aussehen:

IToken token=new Token(twitterAccessToken, twitterAccessTokenSecret, twitterConsumerKey, twitterConsumerSecret);
ITweet tweet=new Tweet(tweetText, token);
bool success=tweet.Publish();

Damit hätte man den ersten Tweet mit dieser Bibliothek abgesendet.

Manchmal möchte man eine Zeichenkette im Arbeitsspeicher nicht länger als nötig im Klartext vorhalten. Hierfür gibt es unter .NET/Mono die Klasse „SecureString“. Diese verschlüsselt den Klartext, so das dieser nicht ohne weiteres im Speicher zu finden ist. Leider ist die Nutzung der „SecureString“ etwas komplizierter:

SecureString secureString=new SecureString();
secureString.AppendChar('g');
secureString.AppendChar('e');
secureString.AppendChar('h');
secureString.AppendChar('e');
secureString.AppendChar('i');
secureString.AppendChar('m');

// in Klartext umwandeln
IntPtr secureStringPointer=Marshal.SecureStringToBSTR(secureString);
string klartext=Marshal.PtrToStringAuto(secureStringPointer);

Hier muss man abwägen, ob sich die Nutzung eines solches Konstruktes lohnt, oder man weiterhin normale Strings für sensible Daten nutzt.

Manchmal möchte aus einer Desktopanwendung heraus eine Mail verschicken. Das ist insofern problematisch, da man die Zugangsdaten für einen Mailaccount nicht in einer Anwendung hinterlegen sollte. Aus Webanwendungen heraus ist das Senden von Mails dagegen eine einfache Sache. Also was liegt näher als diesen Vorteil für das Senden von Mails aus Desktopanwendungen heraus zu nutzen.

<?php
    $reciever=$_POST["reciever"];
    $allowedRecieverDomain="example.org";
    $subject=$_POST["subject"];
    $text=$_POST["message"];

    //Sender
    $senderName="Mailer";
    $sender="mailer@example.org";

    //Additional challenge
    $challenge="abc123";
    if($challenge!=$_POST["challenge"]) return;

    //Check reciever
    $atCount=substr_count($reciever, "@");
    if($atCount>1) return;

    if(!(strpos($reciever, "@" . $allowedRecieverDomain)===FALSE))
    {
        mail($reciever, $subject . " - (" . date("d.m.y - H:m:s") . ")", $text, "From: $senderName <$sender>");
    }
?>

Ein kleines PHP Skript mit dem Namen „mailer.php“ sorgt dafür das die Mail bzw. der Text der Mail in Empfang genommen wird. Anschließend wird nachgeschaut ob die Mail an einen validen Sender adressiert ist. In diesem Beispiel werden nur Mails an @example.org weitergeleitet. Schließlich möchte man keine Spamschleuder betreiben. Nun müssen die Parameter in der Anwendung noch per POST-Request übergeben werden. Unter C# könnte das ganze so aussehen:

System.Net.ServicePointManager.Expect100Continue=false;

string url="http://example.org/mailer.php";

using(var wb=new WebClient())
{
    var data=new NameValueCollection();
    data["sendername"]="Mailer";
    data["sender"]="mailer@example.org";
    data["reciever"]="developer@example.org";
    data["subject"]="Mail from Application";
    data["message"]="Message";

    var response=wb.UploadValues(url, "POST", data);
}

Der Quellcode ist dabei auf GitHub zu finden und steht unter der AGPL.